Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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an Orlow's Drohung gegen die Kaiſerin erinnerte, ſo fragte er ihn über dieſen Punkt.

Orlow wollte nicht bekennen; aber die Todesſtunde nahte und das Gewiſſen legte endlich die Worte auf ſeine Lippen.

Während der Erzählung Döring's war die Kaiſerin immer ruhiger geworden.

Ein ſtiller, wenn auch ganz kurzer Friede, war in ihr Inneres zurückgekehrt; mit Wohlbehagen blickte ſie Döring an.

Subow! rief ſie endlich.

Subow trat zu ihr vor.

Auch Du, Markow, fügte ſie hinzu, komm her, komm her!

Beide Günſtlinge ſtanden an ihrer Seite.

Befehlen Ew. Majeſtät Etwas?

Ihr habt mir ſo eben vorgeſchlagen, einen ge⸗ wiſſen Akt der Gewalt gegen den König von Schweden und den Herzog Regenten auszuführen.

Die Kaiſerin ſprach laut und die Günſtlinge ſahen ſich ſcheu um. Sie wünſchten, daß Niemand von ihrem Vorſchlag erfahren ſollte.

Allerdings, Ew. Majeſtät, ſtammelte Markow, allerdings.

Ihr verlangtet meine Antwort, fuhr ſie fort, aber ich gab ſie euch noch nicht.

Ganz richtig, Ew. Majeſtät, ganz richtig.

Döring! rief ſie dann. Du erweiſeſt mir gewiß gerne den Dienſt, daß Du jetzt ſogleich zu dem König von Schweden gehſt und ihn bitteſt, mich auf einen Augenblick zu beſuchen. Schildere ihm meine Lage und ſag' ihm, daß ich, obſchon ſein Benehmen mich ſehr auf⸗ geregt hat, ihn dennoch ſchätze und ihn jetzt zu ſehen wünſche, wie ich auch hoffe, daß Alles zwiſchen uns noch ein befriedigendes Ende nehmen könne. Beſter Döring, ſpute Dich... ich ſehne mich wahrhaftig, den König zu treffen.