Daß, unterbrach ihn Marfa, die einzige lebende Zeugin gegen Sie verhaftet wird, denn dieſe Zeugin iſt...
Iſt. Tarrakanow ſelbſt.
Die Kaiſerin ſtützte ſich einen Augenblick auf den Divan, dann ſank ſie in denſelben zurück.
— Ew. Majeſtät, fuhr Tarrakanow mit unerſchüt⸗ terlicher Strenge fort; es iſt nicht Ihr Verdienſt, daß ich dem Tode zentging. Dieſes Verdienſt gebührt einem alten treuen Diener.
Marfa ſah ſich um, und als ſie Alexandrowitſch an der Thüre entdeckte, winkte ſie ihn zu ſich.
— Sehen Sie hier, Ew. Majeſtät, den Mann, der mich rettete; die Leiche, die man in der mit Waſſer angefüllten Grube fand, war ſeine Frau. Alexandro⸗ witſch, fügte ſie hinzu, neunzehn Jahre unſeres Lebens ſind eine fortgeſetzte Reihenfolge von treuen Opfern Deinerſeits und innigem Danke meinerſeits geweſen; noch einmal... Dank, mein Freund.
Die Kaiſerin blieb ſtill. Unverwandt ruhte ihre Aufmerkſamkeit auf Tarrakanow.
— Unzweifelhaft, ſagte ſie endlich, ſind Sie Tar⸗ rakanow. Ich erkenne jetzt in Ihren Zuͤgen eine ent⸗ fernte Aehnlichkeit mit Eliſabeth. Sie ſagen, ich habe Ihren Tod gewollt; aber ich leugne es.
— In der ganzen gräßlichen Geſchichte, die ſich an meinen Namen knüpft, bemerkt man Ihren Finger.
Die Kaiſerin brauste auf, um mit einer neuen gewaltſamen Anſtrengung ihre Ehre zu vertheidigen.
— Nein, rief ſie, nein, neint
Eine unruhige Bewegung ließ ſich in dieſem Augen⸗
blick von den äußeren Zimmern bin vernehmen. Heftige
Tritte näherten ſich.
— Laſſen Sie mich los, rief eine Stimme, ich muß zur Kaiſerin hinein. Ich bitte Sie, meine Herren, verſperren Sie mir den Weg nicht!


