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Marſa ſchien den nunmehr vollzogenen Befehl als Etwas erwartet zu haben, was ſich bei ihrem Ver⸗ hältniß zur Kaiſerin von ſelbſt verſtehe.
Lechi hatte ſich fortwährend mit zwei Kränzen, einem rothen und einem weißen, an ihrer Seite ge⸗ halten, begab ſich aber jetzt zu Alexandra hinein.
— Ew. Majeſtät, erhob Marfa ihre Stimme, Sie ſcheinen darüber verwundert, daß ich mich früher, als ich berufen worden, hier eingeſtellt habe; aber ich wollte Ew. Majeſtät warnen, wollte Sie warnen... bevor...
Die Kaiſerin betrachtete Marfa jetzt, als hätte ſie ein mächtiges, unbegreifliches Weſen vor ſich.
— Bevor? wiederholte ſie.
— Bevor meine Prophezeiung in Erfüllung ginge ... aber ich komme zu ſpät. Die Frucht unſerer Tha⸗ ten reift ſchnell, wenn wir auf der Gränze zwiſchen dem Leben und dem Tod ſtehen. Dieſelbe Vorſehung, die uns ſo lange geduldig durch die Welt folgt, erforſcht am Rande des Grabes ſchnell unſere Herzen und fällt in einem Augenblick ihr Urtheil. Ihr Urtheil iſt gefällt, Kaiſerin...
— Sie wiederholen es?
— Wenn das Herz über die Politik vorherrſcht, handelt es mit wahrer Klugheit und wahrem Verſtand, mit Freundſchaft und Liebe; herrſcht dagegen die Politik über das Herz vor, ſo wird es hart und ſelbſtſüchtig, kalt und eigennützig. Im Zimmer hieneben liegt ein neues Opfer Ihrer Selbſtſucht.
Die Kaiſerin zitterte.
— Dieſer Schlag hat alle Ihre Berechnungen ver⸗ nichtet, Ihre Kräfte erſchüttert, Ihr Leben gebrochen. Erinnern Sie ſich noch an Tarrakanow? Auch ſie ſiel als Opfer einer kalten und harten Politik.
— Nein, nein, antwortete die Kaiſerin. Ihre Be⸗ ſchuldigung iſt ſchrecklich und ungerecht, Tarrakanow's Tod befleckt mich nicht. Nein, nein!
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