von Cain's eigenem Blute wirkt, und dieſes Etwas iſt ein Brudermord.
Orlow floh. Unter beſtändigem Geſchrei und ſchal⸗ lenden Flüchen ging es von Treppe zu Treppe, von Gang zu Gang. Bereits ſah er die Thüre von Nr. 51 vor ſich und er hoffte zu entkommen. Noch einige we⸗ nige Schritte und er war am Ziel... jetzt hatte er bereits die Hand am Schlüſſel und raſch drehte er ihn um und zog ihn aus dem Schloſſe.
Die Schritte ſeines Bruders ertönten immer näher.
Mit einem Sprung war Orlow im Zimmer; aber ſeine Hand glitt aus, als er auf der innern Seite nach dem Schlüſſel greifen wollte, um die Thüre wieder zu verſchließen, und Andreas ſtieß dieſelbe in dieſem Augen⸗ blicke auf.
Das Zimmer, wo ſie ſich befanden, war ein En⸗ treſol. Die Fenſter gingen bis tief auf den Boden herab.
Mit einem wilden Geheul, dem eines Bären ähnlich, ſtürzte Andreas über ſeinen Bruder her. Ein ſchreck⸗ licher Kampf auf Leben und Tod entſtand jetzt. Orlow hatte ſeinem Bruder zwar keine entſprechenden Kraͤfte ent⸗ gegenſtellen; aber er beſaß Verſtand, Berechnung und Liſt.
Um ſeinen entſetzlichen Fäuſten, dieſen zwei rührigen und lebendigen Herkuleskeulen, nicht allzu ſehr bloßge⸗ ſtellt zu ſein, ſchlug er die Arme um ſeinen Leib, ſchmiegte ſich mit dem Kopf an ſeine Bruſt und drückte ſich ſo nahe an ihn, wie die Rinde an den Stamm.
Auf den Gängen und Treppen hinter ihnen, hörte man noch das Geſchrei und die eiligen Tritte der Uebrigen.
Bald waren ſie auch an Ort und Stelle. Ihr Er⸗ ſcheinen machte Andreas nur noch wüthender. 4
Eine abſcheuliche Scene bot ſich jetzt den Herein⸗ tretenden dar. 5
Der Kampf hatte ſich an die tiefgehenden Fenſter gezogen. Andreas hielt Orlow in die Höhe, um ihn mit einem einzigen Schlag an dem ſteinernen Boden zu


