Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schurken! rief er; was ihr nicht wagt, thue ich ſelbſt; aber zittert vor meiner Strafe.

Mit einem Sprung, ſo wie ihn der Tiger nimmt, wenn er ſich auf das Lamm wirft, warf ſich Orlow über Marfa her; aber er erreichte ſie nicht, denn eine rieſenſtarke, eiſerne Hand ergriff ihn in der Luft.

Dieſe kraftige Hand war die ſeines Bruders An⸗ dreas.

Voll Beſtürzung ſah er ſich jetzt Angeſicht zu An⸗ geſicht ihm gegenüber.

Wie ſehr hatte er ihn geliebt, ohne ſich jedoch da⸗ durch abhalten zu laſſen, auf eine grauſame Art mit ſeiner Ehre und ſeinen Gefühlen zu ſpielen, und jetzt... jetzt brauchte er ihm nur in die Augen zu ſchauen, um ſich zu überzeugen, daß er ſeinem ergrimmteſten Tod⸗ feind in die Hände gefallen war.

Vergebens krümmte ſich Orlow, um ſich den Hän⸗ den des Rieſen zu entwinden.

Rettet mich, rief er, helft mir... hierher... hierher...

Sobald es ſich nur nicht um einen Kampf mit Marfa handelte, waren ſeine dienſtbaren Geiſter zu Al⸗ lem bereit.

Muthig griffen ſie alſo Andreas an. Die Waffen klirrten, Drohungen wurden ausgeſtoßen, Flüche ertön⸗ ten, ein wirres Geſchrei erhob ſich. Auf einen Augen⸗ blick gelang es auch, ihm den Raub zu entreißen.

Aber Andreas war eine nicht minder wilde Natur als Orlow. Waren ſeine Leidenſchaften einmal losge⸗ laſſen, ſo rasten ſie wie gewaltſame Stürme.

Sobald Orlow ſich frei fühlte, ſuchte er wegzu⸗ ſchleichen; aber wenn Andreas auch durch den unerwar⸗ teten Angriff auf eine Weile aus der Faſſung gebracht worden war, ſo bahnte er ſich doch jetzt unerſchrocken mit ſeinen Fäuſten einen Weg durch den Sklaventroß, der alle ſeine Kräfte aufbot, um ihn zurückzuhalten. Rechts und links ſtürzte bei jedem Schlag, den er