Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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ſo folgte auch er den ihrigen. Jetzt leuchtete es ihm auf einmal ein, warum ſie ihm ſo ganz anders vorkam zu an dem Abend, wo er ſie zum erſten Mal geſehen hatte.

Die Urſache lag in ihrem Aufzug.

Sie trug jetzt nicht den gewöhnlichen langen, knapp⸗ anliegenden Rock nebſt Mamelucken, ſondern ein pracht⸗ volles Kleid vom feinſten Purpurſammt, reich mit Gold geſtickt und mit Juwelen durchwirkt.

Auf ihrem Haupte ſtrahlte ein kleines Diadem, un⸗ gefähr in Geſtalt einer halben Krone.

Unwillkürlich ſtutzte er zurück, als er ſie jetzt be⸗ trachtete, denn dieſes Gewand... er traute ſeinen Au⸗ gen kaum... dieſes Gewand hatte er ſchon geſehen... es war ihm vollkommen bekannt... er hatte es ſogar ſelbſt einkaufen geholfen... er hatte die Stickerei be⸗ ſtellt... und dann dieſes Diadem... auch das hatte er ſelbſt gekauft.

Aber damit war es noch nicht genug.

An einer Kette um Marfa's Hals hing überdieß ein Kreuz, das ſein hoher Verwandter, der nunmehr verſtorbene Fürſt Orlow, ſelbſt getragen, und das er zu wiederholten Malen an ihm bewundert hatte.

Von Marfa's Aufzug wandte ſich ſein Blick wieder zu ihrer Geſtalt und ihrem Geſicht zurück. In welch einem andern Lichte zeigten ſie ſich nicht jetzt? Die Majeſtät war nicht entlehnt, ſie war angeboren. Die allerdings von der Zeit verheerten Züge beſaßen noch eine unvergängliche Würde und Schönheit. Die Erin⸗ nerung an ein ſeiner Seele längſt entſchwundenes Bild erhob ſich wieder aus dem Grabe der Vergeſſenheit. Erſtaunt zog er ſich tiefer in den Schatten zurück, wo er ſtand. Wäre ein mächtiges Geſpenſt mit den Attri⸗ buten des letzten Strafgerichts vor ihm erſchienen, ſein Anblick hätte ihm kein größeres Entſetzen einflößen kön⸗ nen. Marfa war alſo wirklich... Der Name erſtarb auf ſeinen Lippen.