Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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Der Vorfall würde indeß auf den Gang der Er⸗ eigniſſe nicht eingewirkt haben, weil Andreas die Sache gänzlich vergeſſen hatte; aber Worowitſch's Ankunft mit dem Befehl der Kaiſerin, friſchte ſein Gedächtniß auf, und er erzählte jetzt, was er gehört. Marfa, die von Worowitſch auch erfahren hatte, wie edelmüthig ſich die Kaiſerin gegen ſeine Eltern, gegen ihn ſelbſt und ſeine Schweſter bewieſen, beurtheilte ſie bereits mit milderen Gefühlen und beſchloß daher, ſogleich und unverzüglich der Intrigue der Günſtlinge dadurch wo möglich vor⸗ zubeugen, daß ſie in's Schloß eile und die Kaiſerin warne. Dieſen Beſchluß faßte ſie indeß nicht bloß aus Dankbarkeit für die Güte, womit die Kaiſerin ihre Freunde behandelt, ſondern auch weil Alexandra ihr bei ihrem Beſuch eine aufrichtige Freundſchaft und Zunei⸗ gung eingeflößt hatte.

Bevor alle dieſe von zwei Seiten ihr zugekommenen Nachrichten ihr den erwähnten Gedanken eingegeben hat⸗ ten, verging die Zeit und man machte ſich erſt ſehr ſpät auf den Weg.

Das Zuſammentreffen auf der Landſtraße mit Niſchsky haben wir bereits geſchildert.

Orlow hatte ſeinen Platz auf der oberſten Treppe eingenommen, unter einer Lampe, die ihren klaren Schein weit um ſich her verbreitete, obſchon er ſelbſt im Schatten ſtand.

Marfa war bereits auf der unterſten Treppenſtufe. Mit dem funkelnden Auge eines lauernden Tigers be⸗ trachtete Orlow ſie. Er erkannte ſie auch ſogleich als diejenige, die er in Strelna geſehen hatte, und dennoch war ſie ſich ganz ungleich. Aber die Urſache dieſer Ungleichheit vermochte er nicht auf den erſten Blick zu entdecken.

Seine Aufmerkſamkeit wurde immer ſchärfer und durchdringender.

Stufe um Stufe ſchritt Marfa die Treppe hinan. Wie der Tiger allen Bewegungen ſeines Feindes ſolgt,