erhielt ich einen Degenhieb über den Rücken, der mich gerade wie eine Knute kitzelte. Wüthend drehte ich mich um in der Abſicht, den Schlag zurückzugeben.
— Wer war der Unverſchämte, der es wagte, Dich im Dienſt anzugreifen? 3
— Ein Juüngling, Herr, ſchlank und hoch, aber geſchmeidig und ſtark wie ein Mann. Derſelbe, den wir einmal bei Strelna verhafteten.
— Worowitſch?
— Allerdings, Herr. Worowitſch hieß er.
— Ihr machtet doch kurzen Prozeß mit ihm?
— Zum Teufel, Herr, er machte kurzen Prozeß mit uns.
— Feige Canaillen!
— Sie ſtrafen mich allzu hart, Herr. War ich je in meinem Leben feig? Haben nicht Sie ſelbſt geſagt, Herr, es ſei eben ſo ſchwer, meinen Muth zu zügeln, als gefährlich, ihn loszulaſſen?
— Noch einmal, halte Dich an die Sache. Wie konnte wohl dieſer Junge Euch in die Flucht jagen?
— Wir zeigten die Polizeiordre, Herr.
— Und er reſpektirte ſie nicht? 2.
— Er zeigte den Siegelring der Kaiſerin, gnädi⸗ ger Herr.
Orlow wandte ſich erbittert von Niſchsky ab; er knirſchte mit den Zähnen, ſeine Augen ſprühten Feuer.
— Die Kaiſerin, murmelte er, kreuzt meine Wege... Möge der Teufel bald...
Er vollendete ſeinen Satz nicht.
— Wohin begaben ſich Marfa und Andreas? Wo ſind ſie?
— Sie ſind hier, Herr Graf.
— Hiexr? im Schloß? 3
— Wie ich ſage, Herr Graf. Sobald wir den Siegelring der Kaiſerin erblickten, geſtatteten wir den Reiſenden freie Fahrt und ſtiegen wieder in unſere Wa⸗ gen; aber ich konnte keine Ruhe in meiner Seele he⸗
Der Fürſt. II. 4²


