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Während er auf und ab ſchritt, fuhr ein Gedanke nach dem andern durch ſeinen allzeit plänereichen Kopf.
Man ſollte vielleicht glauben, er habe ſich nach ſei⸗ nem Beſuche bei der Kaiſerin in einer Art von Ver⸗ zweiflung befunden, zumal da der Befehl in Betreff Döring's ſtreng und beſtimmt lautete; aber das war nicht der Fall. Im Gegentheil war er nach dieſem Be⸗ ſuche zufriedener als vorher. Orlow hatte nämlich da⸗ bei tiefer in den Zuſtand der Kaiſerin geblickt, als ſie ſelbſt ahnte. Er hatte nicht bloß die Zerſtörung in ih⸗ rem Aeußern bemerkt, auch die Zerſtörung in ihrem Innern war ihm nicht entgangen. Hätte er noch fort⸗ während in ihrer Gunſt geſtanden, ſo würden dieſe Ent⸗ deckungen ihn beunruhigt haben; aber als Feind und nach der ſeindſeligen Behandlung, die er erlitten, ur⸗ theilte er anders, und er freute ſich, eine Verheerung zu ſehen, welche ihm die Gewißheit gab, daß er, wenn er ſich nur noch ganz kurze Zeit zu behaupten vermochte, bald Nichts mehr zu fuͤrchten haben würde; denn der Schlag, der ſie in Folge von Guſtav's Weigerung ge⸗ troffen, war augenſcheinlich in Seele und Herz, durch Mark und Bein gedrungen, und hatte mit der ſcharfen Schneide einer Todesſichel ihre Kräfte verheert.
Er begann alſo bereits neue Pläne auf die Aſche der toͤdten Katharina zu bauen, und er kam dabei ſo weit, als ſeine Hoffnungen ſich je erſtreckt hatten.
Miit Katharina's Tod.. er dachte ſich auch Dö⸗ ring als nicht mehr vorhanden... war ja dieſe ganze Geſchichte aus und es begann eine neue, in welcher Willanow noch einmal eine Rolle für ihn ſpielen konnte.
Während dieſer Betrachtungen hörte er ein dumpfes Getöne unter ſich. Die Fallthüre ging auf und der rothhaarige Riſchsky kam zum Vorſchein.
— Willkommen, Niſchsky! rief er ihm entgegen. Du biſt heute Abend flink geweſen und Deine Beloh⸗ nung ſoll auch darnach ausfallen. Die Gefangenen ſind wohl bereits an Ort und Stelle?


