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gen, die in den äußeren Zimmern ſtanden, zog jetzt die Aufmerkſamkeit der Kaiſerin an. Sie ſah, daß das Hof⸗ perſonal Spaliere bildete, wie wenn eine hochwichtige Perſon zwiſchen den Reihen hinſchritte. Kopf um Kopf verneigte ſich ehrerbietig, und als die Perſon näher kam, der dieſe Ehre erwieſen wurde, bemerkte man ſogar, daß Einer um den Andern das Zeichen des Kreuzes machte.
Was bedeutete das?2
Die ankommende Perſon näherte ſich jetzt der Schild⸗ wache vor der nächſten Thüre, und die Kaiſerin ſah eine ſchwarzlockige Frau von mittlerem Alter mit einem inter⸗ eſſanten, blaſſen Geſicht eintreten. Die Haltung der Un⸗ bekannten war majeſtätiſch, ihre Kleidung prachtvoll.
Langſam und würdevoll ſchritt ſie voran. An ihrer Seite ging ein Mädchen, eher häßlich als ſchön.
Bald ſtand die Unbekannte vor der Kaiſerin, ohne daß dieſe ſie erkannte.
Die Augen Beider begegneten ſich. Die Fremde hatte in ihrer Erſcheinung Etwas, was eine unwillkür⸗ liche Verehrung einflößte; aber kaum hatten die Blicke beider Damen ſich begegnet, ſo erkannte die Kaiſerin...
— Marfal rief ſie, Marfa!
Das Mädchen an Marfa's Seite war Lechi.
Aus dem Vorhergehenden wiſſen wir, daß die Kai⸗ ſerin Worowitſch zu Marfa abgeſchickt mit dem Befehl, ſich am folgenden Tag im Schloſſe einzufinden, und daß ſie ihm ihren Siegelring anvertraut hatte. Wir wiſſen auch, daß der Gendarme Riſchsky von Orlow den Be⸗ fehl erhalten hatte, ſie nebſt Andreas zu verhaften.
Einige Augenblicke, nachdem Orlow die Kaiſerin verlaſſen hatte, ging er in ſeinen Zimmern im Schloſſe auf und ab.
Er befand ſich in einem fortgeſetzten Zuſtand der Gährung, was ihn indeß nicht verhinderte, zu handeln und zu überlegen.


