hatte, verlieh auch ihren übrigen Aeußerungen eine Be⸗ deutung.
Unwillkürlich drängte ſich ihr jetzt auch die Prophe⸗ zeiung uͤber ihr eigenes bald bevorſtehendes Ende auf.
Dieſer Gedanke hatte ſie früher eigentlich nie be⸗ ſchäftigt. In ihrer Allmacht hatte ſie die Hinfälligkeit der menſchlichen Natur beinahe vergeſſen. Ihre Seele hatte den Glauben an die Unſterblichkeit, d. h. zuerſt des Lebens und dann der Geſchichte, ſo vollkommen in ſich aufgenommen, daß ſie es vergaß, zwiſchen dem ver⸗ ſchiedenen Weſen beider zu unterſcheiden.
Erſt jetzt dachte ſie ſich den Unterſchied zwiſchen ihnen in ſeiner ganzen einfachen und nackten Wahrheit.
Der leichte Schauer, der ſie dabei überfiel, währte inzwiſchen nur zeiuen Augenblick.
Sie hatte hier noch ſo Vieles zu beſtellen und die⸗ ſes Gefühl ehereſhte ſie.
Auf einmal richtete ſie daher auch ihre Gedanken auf die Ereigniſſe, welche ſie ſo eben mitten im Sieges⸗ lauf ihrer Hoffnungen ſo unvermuthet überrumpelt hatten.
Mit weniger Verdruß und Erbitterung, aber auch mit mehr Klugheit überdachte ſie jetzt ihre Lage.
Schnell richtete ſie ihr Haupt wieder empor.
Noch iſt nicht Alles verloren, ſagte ſie zu ſich fl, nein, nein! Nichts iſt verloren, was man nicht ſe lbſt als verloren anſieht; aber ich muß mich beeilen
.. meine Zeit iſt kurz. Danilowna. Danilowna...
Die Kaiſerin hatte bereits ihren Plan entworfen.
Als Danilowna, von welcher die Kaiſerin wußte, daß ſie im äußern Zimmer Wache hielt, hereinkam, be⸗ fahl ſie ihr, Döring uffnihen und ihm zu ſagen, daß er ſich ſogleich einſtellen ſolle.
Danilowna kam dem Befehl nach. Da ſie indeß nicht wußte, wohin ſie ſich wenden ſollte, wohl aber, daß Willanow bei Alexandra war, ſo begab ſie ſich zu


