Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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ihres Grimmes geweſen, ohne daß es ihr gelang, ihm an den Leib zu kommen, und da Willanow jetzt mit ihm vermählt war, ſo kehrte ſich ihr Unmuth auch ge⸗ gen ſie.

Die unpaſſende Antwort, die Willanow in ihrem aufgeregten Zuſtand ganz unvorſätzlich gab, wurde in⸗ zwiſchen von Danilowna nicht ſo, wie ſie wirklich gege⸗ ben worden war, mitgetheilt, ſondern noch mit allerlei Zuthaten geſchmückt.

Als wir die Kaiſerin das letzte Mal verließen, hatte die Wuth, nach dem Bewußtſein ihrer erſten Nie⸗ derlage, ihre Kräfte erſchöpft, und ſie war in einen lethargiſchen Zuſtand verſunken; aber die Lethargie konnte eine Natur wie die ihrige, nicht lange in ihren lähmenden Feſſeln halten: ihre ſtarke Seele zerbrach dieſelben bald, obſchon nichtsdeſtoweniger dieſe Seele ſelbſt bereits gebrochen war. Den erſten Beweis ihrer wiedergekehrten Beſinnung gab ſie durch den Befehl, daß Alle ſich entfernen ſollten, weil ſie allein ſein wolle.

Mit einer Genauigkeit und einem Eifer, als wäre ſie in der mediziniſchen Wiſſenſchaft zu Hauſe, begann ſie jetzt zu unterſuchen, in wie fern ihre Geſundheit durch den Paroxismus, der ſie ſo gewaltſam heimge⸗ ſucht, gelitten habe, und ſie mußte ſich geſtehen, daß ſie ſich ſowohl phyſiſch als pſychiſch ganz anders fühlte, als vorher. Der Kopf that ihr weh, ihre Bruſt litt ꝛc.

Dieſe Erforſchung führte ſie endlich an den Spie⸗ gel, und auf ihrem Gange dahin dunkelte es vor ihren Augen, ihre Schritte wankten.

Beim Anblick ihres Bildes ſchauderte ſie zurück und ſank in einen Lehnſtuhl nieder. 4

Es war nicht mehr die geſchminkte Katharina, die ihr aus dem Spiegel entgegenblickte, ſondern die un⸗ geſchminkte, in deren Geſicht das Leben bereits dem Tode ein gewiſſes Terrain eingeräumt zu haben ſchien.

Der Umſtand, daß Marfa's Prophezeiung in Be⸗ zug auf Alexandra's Vermaͤhlung ſich bereits erwahrt

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