Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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der Thüre haften, durch welche die Kaiſerin verſchwun⸗ den war, und ein höhniſches Diplomatenlächeln ſchwebte auf ſeinen Lippen.

Dieſer Mann war Bernsdorff.

Sobald die Kaiſerin auf ihr Zimmer gekommen war, ſank ſie in einen Lehnſtuhl. Nicht ein einziges Wort kam über ihre Lippen.

Die Günſtlinge und ihre nächſten Vertrauten ſtan⸗ den, von ſprachloſer Beſtürzung ergriffen, um ſie her.

Eine geheime Thüre öffnete ſich jetzt und leiſe trat Armfelt ein. Niemand bemerkte ſeine Anweſenheit, bis er vor der Kaiſerin ſtand.

In tiefem Schmerz betrachtete er ſie. Welcher Ab⸗ ſtand gegen das, was ſie noch vor wenigen Stunden geweſen war! Das Feuer ihres Auges ſchien erloſchen, ihre Kräfte ſchienen gebrochen zu ſein, die Schminke war weggefallen, die Stirne runzelig, die Wangen blaß⸗ gelb und welk.

Sowohl ihr kaum noch ſo friſches, beinahe jugend⸗ liches Ausſehen, als auch die Hoffnungen, die ihre Seele belebt hatten, waren Illuſionen, deren Betrüg⸗ lichkeit ſich jetzt auf einmal zu erkennen gab.

Ew. Majeſtät leiden, redete ſie Armfelt an.

Sie erkannte die Stimme und richtete ihr Haupt auf.

— Ich bin verrathen, antwortete ſie, oder...

— Oder...

— Oder hat des Himmels Blitz mich getroffen.

— Der Blitz, der Ew. Majeſtät getroffen hat, kommt von der Heimtücke, der Intrigue her. Da ſtehen die Thäter.

Die Kaiſerin ſtarrte auf.

Armfelt deutete auf Subow und Markow⸗ Das Geſicht der Kaiſerin verzerrte ſich; aber ihr Haupt ſank bald wieder nieder.