Die Kaiſerin und Alerandra waren beide, wiewohl auf verſchiedenen Wegen, bei demſelben Gedanken an⸗ gekommen.
Dieſelbe Frage machte ſich jetzt auch bei ihnen geltend.
— Werden wohl Marfa's Prophezeiungen in Er⸗ füllung gehen?
— Unmöglich, antwortete die Kaiſerin.
— Unmöglich, hatte auch Alexandra geantwortet.
— Er wird mir nicht zu trotzen wagen, dachte die Kaiſerin. Er liest den Vertrag; mag er ihn leſen. Er wird bald hier ſein. 3*
— Er kann mir nicht untreu werden, dachte Alexan⸗ dra. Er weiß, daß ich nicht ohne ihn leben kann, und ich weiß, daß er nicht ohne mich leben kann. Er wird bald hier ſein... ſtill... kommt nicht Jemand... die Thüren öffnen ſich.
Die Thüren öffneten ſich auch wirklich; aber es war nicht der König von Schweden, der eintrat, ſon⸗ dern Subow, der jetzt Markow bei ſich hatte.
— Das Ding iſt gelungen, flüſterte der Eine dem Andern zu.
— Hätten wir es nur ſchon der Kaiſerin vorge⸗ tragen.
— Muth!
— Sagen Sie lieber.. ſtill...
— Still... 4
Als die beiden Günſtlinge bei der Kaiſerin ange⸗ kommen waren, meldeten ſie ihr, daß der König von Schweden ſich geweigert habe, den ihm vorgelegten Ehe⸗ vertrag zu unterzeichnen.
Der Schlag war fürchterlich.
Nie hatte dch Katharina in dieſem Maße von Ver⸗ druß und Scham überwältigt gefühlt. 9 Alle ihre Pläne und Wünſche waren wie Seifen⸗
blaſen zerplatzt.. Die Heftigkeit ihrer Gefühle und die Nothwendig⸗


