Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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zwei Welttheile gezittert, deren Genie ſiegreich durch unzählige Schwierigkeiten ſich Bahn gebrochen und im⸗ mer triumphirend das Ziel erreicht hatte; ſie, deren Schwert gleich dem des Damokles, aber nicht bloß über einem einzigen Haupte, ſondern über einer ganzen Welt hing; ſollte ſie den Schimpf erleben, mit ihren Abſich⸗ ten und ihrem Willen unmächtig vor einem Jüngling, einem unerfahrenen Knaben, einem Kinde zurückweichen zu müſſen?

— Unmöglich.

Sollte ſie, die Europa einen durch friedliche und freundſchaftliche Mittel unterjochten König hatte zeigen wollen, in den Augen deſſelben Europa ein Gegenſtand des Gelächters werden, das jedem mißlungenen Wage⸗ ſtück auf der Ferſe nachfolgt?

— Unmöglich.

Je mehr Fragen in ihr auftauchten, um ſo mehr wuchs ihre Unruhe.

Unſere Hoffnungen bauen ihr Neſt am Krater des Vulkans der Erinnerungen.

Die Erinnerung weicht nie von uns, wenn ihre Stimme auch nicht beſtändig ſpricht.

Vor den Guten und Liebevollen tanzt eine helle Flamme, ein Helmenfeuer über den Krater der Erinne⸗ rungen. Entſetzliche Eruptionen brechen dagegen vor denjenigen aus, die ſich von ihren Leidenſchaften und eigenmächtigen Eingebungen beherrſchen laſſen.

Die Hoffnung iſt ein Zugvogel.

Düſtere Erinnerungen tauchten vor der Kaiſerin auf. Sie hätte ihnen entfliehen mögen; aber der Aus⸗ bruch dröhnte in ihrer eigenen Seele.

Die befiederten Schaaren der Hoffnungen flogen mit geſenkten Flügeln um ſie her, wie über einem ſich verdunkelnden Meere: ſie ſchienen Sturm zu verkünden.

Ein Sturm raste ja auch bereits in ihrem Innern.

In dieſem Augenblick glitt Marfa's düſteres Bild an ihrem Blicke vorüber.