druſſes nicht enthalten; allein dieſer unwillkürliche Aus⸗ druck verſchwand bald und ſie beherrſchte ſich wieder. Der Abbé blieb unbeweglich. — Und der Graf hat Dir den Brief genommen? — Ja, das hat er gethan. — Erzähle, wie es zuging; ich will Alles hören.. Lechi kam ſogleich dem Befehl nach. Sie erzählte umſtändlich, wie ſie den Brief unter die Statue gelegt, die ſie den König der Ruſſalken nannte, und wie ſie, als ſie nach der beſtimmten Zeit die Antwort abholte, wiederum einen Brief gefunden habe, in dieſem Augen⸗ blick aber ergriffen und zu dem Grafen Orlow gefuͤhrt worden ſei, der ſie durchſuchen ließ, worauf er ſogleich das Schreiben entdeckte, erbrach und las. Außer einiger Bläſſe, die ſich dabei in Marfa's Geſicht zeigte, bemerkte man keine Veränderung an ihr. Um ſo deutlicher verrieth ſich jedoch die Unruhe und Angſt in den Mienen der zwei älteren Perſonen. Mit ſprachloſem Schrecken blickten ſie einander an, gleich als hätte ein großes Unglück ſie getroffen. — Wir müſſen ſie aus der Stellung entfernen, worin ſie ſich jetzt befindet, ſagte Marfa nach einer Weile; wo Orlow iſt, hat man Alles zu befürchten. — Wir ſind verrathen, flüſterte die alte Frau, und ſie wird nicht kommen. Der Greis ging auf und ab. Marfa antwortete nicht ſogleich, ſondern überlegte bei ſich ſelbſt. — Sie kommt, ſagte ſie endlich. — Sie glauben es? 1 — Ich bin davon überzeugt. Sie hat ja meinen Brief erhalten, da eine Antwort unter der Statue lag, und ſie weiß nicht, daß man Lechi dieſelbe abgenommen hat. Alſo kommt ſie; aber das iſt juſt das Gefährliche. — Das Gefährliche? 3 — Allerdings, weil Orlow jetzt weiß, daß ſie hieher kommt.
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