Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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aufgab. Statt deſſen ſuchte Marfa dieſem Heidenthum ſopiel wie möglich Chriſtenthum einzugießen, und die Materie war bei dem Bilderdienſt der griechiſchen Con⸗ feſſion hiezu nicht unanwendbar. Die Geſchäfte des täglichen Lebens bekamen inzwiſchen ebenfalls den Ein⸗ druck von Lechi's Geiſterſeherei, wenn man es ſo nen⸗ nen darf. Marfa hatte in den letzteren Zeiten mehr als einmal Lechi als Briefträgerin zwiſchen ſich und Willanow benützt, und um dem Mädchen ihren Weg leicht und angenehm zu machen, hatte Marfa ſie bald zu den Ruſſalken, bald zu anderen Naturprieſtern geſchickt.

Im Uebrigen gebrauchte Marfa die Kleine haupt⸗ ſächlich dazu, um Blumen und Pflanzen zu pfluͤcken, aus denen ſie die nöthigen Arzneien bereitete, und Lechi beſaß hierin eine Geſchicklichkeit, welche ſowohl von ihrer früheren Erziehung, als auch von ihrer Liebe zu der Natur und ihren Erſcheinungen zeugte. Hätte man all die kleinen Vorſchriften geſammelt, welche Lechi bei dieſem Geſchäfte befolgte, ſo hätte man ein ganzes Blu⸗ menlexikon bekommen.

Lechi's Stimme drückte einen bedeutenden Verdruß aus, als ſie ſagte, daß man ihr die Antwort genom⸗ men habe, und auch Marfa ſchien ihre Unruhe darüber nicht unterdrücken zu können.

— Wer ſollte ſie Dir nehmen? wiederholte Marfa mit einiger Heftigkeit, obſchon ſie ſich ſogleich beruhigte. Was meinſt Du damit? Wer hat Dir den Brief ge⸗ nommen?

— Graf Orlow, meine Mutter.

— Orlow?

Der unzweideutigſte Schreck zeigte ſich in den Zü⸗ gen der beiden alten Perſonen. Das Haupt des Greiſes erhob ſich jedoch und nahm einen drohenden Ausdruck an, welcher bewies, daß die männliche Kraft noch in ſeinen Adern ſpielte.

— Orlow, wiederholte ſie, Orlow? Auch Marfa konnte ſich einer Bewegung des Ver⸗