Die Thränen kamen Lechi in die Augen, während ſie dieſe Frage ſtellte.
— Was willſt Du damit ſagen?
— Als ich Petershof verließ, tanzte er auf dem ganzen Weg vor mir her mit hohlem Blick und dem Finger auf ſeinem Mund. Sie können nicht glauben, was ich gelitten habe. Ich hatte erwartet, eine gute Ruſſalka zu treffen, und ſo kam mir ſtatt einer ſolchen Boſſe in den Weg. Aber als ich meinen Namen im Wald rufen hörte, da zog er ſeitwärts an der Land⸗ ſtraße, und als der Geſang aufhörte, verſchwand er. Ich will nie mehr hingehen und Briefe an die Ruſ⸗ ſalka legen, denn ſie beſchützen mich doch nicht vor bö⸗ ſen Menſchen. Das iſt nicht ſchön von ihnen. Sie wiſſen, meine Mutter, daß ich wünſchte, es ſoll nie einer ſingen oder ſich mir zeigen, damit kein irdiſches Gefühl mein Herz vom Himmel abziehen könnte, und ſo ſollte man mir die Antwort nehmen.
Marfa, welche dem Landvolk der Umgegend mit Rath’ und That beiſprang, hatte einer ſterbenden Frau in der Nachbarſchaft verſprochen, ihre einzige Tochter, Lecht, als eigenes Kind aufzunehmen. Sie hielt auch ihr Verſprechen. Lechi hatte etwas an ſich, das Marfa geſiel, nämlich ihre Hingebung an das Wunderbare, Beſondere, Uebernatürliche. Die Mutter, welche ſelbſt die Rolle einer klugen Frau geſpielt, hatte ſie ſo erzo⸗ gen, ihr alte Sagen, Naturmythen und dergleichen er⸗ zählt, aus denen die Kleine mit ihrem kindlichen Sinn und warmen Herzen eine ganze Welt von Zauber und Wunder machte. Marfa hatte zwar dieſe Gegenſtände in ihrem Kopfe zu ordnen geſucht, aber das Ueber⸗ natürliche war bereits darin feſtgewurzelt, und jede Vorſtellung, welche Marfa zu veredeln ſuchte, führte bloß noch größere Verwirrung herbei, und zeigte die hohle Schale eines erſchütternden Glaubens, ſo daß
Marfa, um die Lebensfreude des Mädchens nicht gänz⸗ lich zu untergraben, endlich ihr Bekehrungswerk ganz
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