Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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— Wir wollen mit Lechi ſprechen. Ich habe es vergeſſen.

Sie ergriff dabei eine an der Seite hängende Schnur, und im nächſten Augenblick hörte man das Geklingel eines fernen Glöckchens.

Der Mönch blieb ſchweigend auf ſeinem Platz, die Arme über der Bruſt gekreuzt.

Lechi kam wieder.

— Du haſt doch Deinen Auftrag beſorgt? fragte Marſs, und den Brief unter die Statue am Damm gelegt?

— Ja, gewiß, meine Mutter, ich habe mich ja deßhalb nach Petershof begeben.

Marfa's ernſte Miene und Anrede ſchien Lechi zu beläſtigen, weil ſie dadurch verhindert wurde, ſich ihrer Phantaſie hinzugeben, und ſie warf einen ſcheuen, fra⸗ genden Blick auf ihre Gebieterin, gleich als wüßte ſie nicht, was ſie glauben ſollte.

— Und die Antwort... Du erhielteſt doch eine Antwort?

Lechi fuhr zuſammen. Erſt jetzt erinnerte ſie ſich des Ereigniſſes mit dem Grafen Orlow.

— Die Antwort... ach ja, es iſt wahr, ſchwazte ſie, ich bekam auch eine ſolche! aber...

Lechi verſtummte plötzlich und ſah erſchrocken Marfa an, gleich als wage ſie nicht fortzufahren.

— Gib eine Antwort her, bat Marfa, den Brief; ... Du begreifſt...

— Sie haben doch von Boſſe Sedleſchko reden ge⸗ hört, meine Mutter?*)

*) Boſſe Sedleſchko, der innere Schmerz, die ſtumme Klage, iſt ein bleiches, nacktes Kind mit ſtets ver⸗ ſchloſſenem Mund, und in ſeine Augen kommen niemals Thränen; es zeigt ſich bloß den Einſamen und oſſenbart ſich niemals den Glücklichen.