Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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zu nennen pflegen, denſelben Geſetzen gehorchend, den⸗ ſelben Zielen zuſtrebend.

Als die alten Leute auf ihre Kniee niederſanken, ſtützten ſie einander; als ſie ſich wieder erhoben, thaten ſie dieß ebenfalls an der Hand von einander. Dabei wechſelten ſie einen herzlichen Blick; ſie brauchten ein⸗ ander nicht zu ſagen, fuͤr wen ſie ihre Gebete empor⸗ geſandt hatten, ſie wußten es dennoch, und das freute ſie, daß ſie in ihren Gedanken vor Gottes Thron ſo gut zuſammentrafen, wie ihre Herzen auf Erden zuſammen⸗ getroffen.

Die dritte etwas hinter ihnen knieende Perſon war ein Mann von mitlerem Alter. Eine knapp aufliegende Seidenmütze bedeckte ſein kahles Haupt; im Uebrigen trug er einen weiten Rock von ſchwarzer Seide, mit zuruͤckgeworfener Kapuze. Nicht bloß die Kleidung, ſon⸗ auch der Roſenkranz mit herabhängendem Kreuz ver⸗ kündeten in ihm einen Diener der katholiſchen Kirche. In ſeinen tief ſchwarzen Augen, in ſeinem dunkelbrau⸗ nen Teint und in ſeinen ſtark ausgebildeten, aber männ⸗ lich friſchen und kräftigen Zügen entdeckte man einen Ausländer. Das war er auch.

Marfa hatte ihr Gebet vollendet und näherte ſich jetzt achtungsvoll den drei Ankömmlingen.

— Sie iſt noch nicht gekommen? bemerkte der ältere

Mann.

— Noch nicht, antwortete Marfa.

— Gleichwohl hat es bereits elf geſchlagen, ſiel die alte Dame ein.

Ihre Stimme zitterte etwas, als ſie ſprach. Sie ſchien, wiewohl vergebens, die Unruhe verbergen zu wollen, die ihre eigene Bemerkung ihr einflößte.

Marfa fuhr mit der Hand über die Stirne, gleich als dächte auch ſie jetzt erſt an die Zögerung, wovon die beiden älteren Perſonen ſprachen, und als würde ſie

etwas unruhig darüber.