Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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Die zwei erſten waren ein Mann und ein Frauen⸗

zimmer, beide von älterem, ehrwürdigem Ausſehen. Der Mann ſtand bereits in den Jahren, wo man zu den Greiſen gerechnet wird. Ein ſchneeweißes Haar fiel in Locken um ſein Haupt hinab, und die hohe, breite und offene Stirne war voll von Runzeln, womit Alter und Bekümmerniſſe ihre Verheerungen bezeichnen. Aber es

lag nichts deſtoweniger etwas Mannhaftes und Freies in dieſem Geſicht; ganz beſonders gewann ihm ein Aus⸗

r druck von Rechtſchaffenheit und Verſöhnlichkeit, Treue und Güte jedes Herz. Die Frau konnte man ein voll⸗

e endetes Seitenſtück des Mannes nennen. Dieſelbe edle 1 Haltung, derſelbe milde Charakter zeigte ſich auch bei t ihr. Mehr als ein halbes Jahrhundert lag hinter ih⸗ 3 nen und hatte ihre Herzen mit Erfahrung und Weis⸗ 3 heit bereichert. Man brauchte nicht viel Menſchenkennt⸗ niß zu beſitzen, um zu ſehen, daß ſie Seite an Seite

4 ein langes Leben mit einander durchlebt hatten, denn t ſie ſchienen die ausgezeichnetſten ihrer gegenſeitigen Eigen⸗ a ſchaften von einander entlehnt zu haben, bis ſie in ein⸗ n ander verſchwunden oder ſich aufgelöst hatten, und die 3 beiden Gatten, die jetzt gleichſam zum Voraus die Wünſche und Gedanken von einander ahnten, ſich be⸗ wegten wie zwei Uhren, die von denſelben Triebfedern, derſelben Unruhe, derſelben inneren Kraft belebt ſind.

⸗ Den Bund, welchen die Liebe begonnen, hatten gleiche , Verhältniſſe und Gewohnheiten vollendet, und jetzt dachte ⸗ der eine Theil nichts mehr, was nicht auch der andere dachte. Die gemeinſchaftlichen Intereſſen, Wünſche und Beſtrebungen eines langen Lebens hatten ihr Inneres

„ feſt verbunden, und was iſt die Ehe anders als eine lang fortgeſetzte Ceremonie in der hohen Abſicht, die Sorgen und Mühen des zeitlichen Lebens zu dem wich⸗ tigen Mittel dienen zu laſſen, um Mann und Weib zu einem einzigen Weſen zu vereinigen zu dieſem Bilde der ewig fortſchaffenden Macht Goztes, das wir Menſch