Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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darzubringen. Ihre Stirne war hoch und breit, ein ſtolzes Gewölbe, worin eine Seele mit einem ganzen Kaiſerreich in ſich hätte thronen können, obſchon der düſtere Schatten, der ſich darüber ausbreitete, bewies, daß die Melancholie ſchon lange am Sarkophag der ſtol⸗ en Hoffnungen und der kühnen Träume geſeſſen hatte. hre Wange war blaß, etwas eingeſunken, aber über ihr ſtrahlten die ſchwarzen Augen nicht mit dem bren⸗ nenden Glanz, welcher gewöhnlich der Brünette ange⸗ hört, ſondern vielmehr wie ein ſanfter Mondſchein, der aus ſchwarzen Wolken fällt.

Marfa war eine ſchlanke, hohe Figur. Es fehlte ihr zwar das Weiche, Volle und Geſchmeidige in ihrem Weſen, das nur den jüngeren Jahren eigen iſt, nicht aber das Regelmäßige und Proportionirte in den For⸗ men, ohne was auch die jugendliche Geſtalt keine An⸗ muth beſitzt.

Sie trug ein langes weißes Kleid von feiner Wolle, das bis an den Hals zugeknöpft war und in reichen Falten zu den Füßen niederfiel. Es ſchloß ſich dicht an ihren Leib an und war vorne offen, wodurch die weißen Beinkleider, welche ſie mit Vorliebe für die Trachten des Orients trug, etwas ſichtbar wurden.

Um den Hals ſiel das kurzgeſchnittene Haar in natürlichen Locken herab.

Das Marienbild, das an einem Roſenkranz an ih⸗ rer Bruſt hing, war das einzige glänzende Geſchmeide, das ihre zwar ungewöhnliche, aber doch ein ye Klei⸗ dung ſchmückte.

Während Marfa noch an dem Altar kniete, öffnete ſich eine Thüre aus den inneren Zimmern, und drei Perſonen kamen heraus. Als ſie Marfa in Andacht und Gebet verſunken ſahen, machten ſie die Thüre leiſe hinter ſich zu, beugten dann ſelbſt ihre Kniee und ſenk⸗ ten betend ihre Häupter.

Um dem Leſer ein vollſtändiges Gemälde zu geben, wollen wir hier dieſe Perſonen in Kürze zeichnen.