Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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Lechi verſtummte hier, weil ſie erwartete, daß Marfa antworten würde; aber Marfa blieb ſtill und fuhr fort, die Lampe zu putzen.

— Ich kann nicht beſchreiben, wie ſchön Alles um mich her war, erzählte Lechi weiter. Die Blumen glänz⸗ ten wie Sdelſteine, die Schmetterlinge flogen um mich her wie kleine Sterne. Aus der Tiefe der Quellen ſchimmerte es ſo wunderbar: da unten meinte ich die Wohnung der goldenen Frau Solotaja Baba zu ſehen. In dem Schilf bei den Bächen ſaßen kleine Ruſſalken und kämmten ihr ſeidenweiches Haar. Um mich her ſauste es ſo bezaubernd. Es waren nicht die Sturmwinde, ſondern koſende, milde Weſte, welche hier die Geiſter der Träume, die Kilkemoren, über das Thal hinabführten. Aber plötzlich wurde es dunkel um mich her. Die Sonne ging unter. Der Schlaf ſenkte ſich auf meine Augenlider. Gleich grünen Schatten der Nacht ſtiegen jetzt Geſtalten um mich herauf. Ich ver⸗ gaß Alles, gute Mutter: ich vergaß Sie, ich vergaß meinen Auftrag. Ich ſchlief ein. Ach, wie erſchrack ich, als ich erwachte und es ſchon Nacht um mich her war. Werden Sie mir meine Saumſeligkeit verzeihen?

Lechi gehörte zu den ſeltenen Weſen, welche gänz⸗ lich von Träumen, Mährchen und Naturwundern ein⸗ genommen werden. Das praktiſche wirkliche Leben be⸗ ſaß für ſie keinen Werth: In Allem und überall glaubte ſie nur Wunder zu ſehen. Ihre Seele war ein Natur⸗ ton, ein ruſſiſcher Naturton voll von Aberglauben und kindiſcher Geſpenſterangſt. Alles, was geſchah, ſchloß einen dunkeln, unerklärlichen, myſtiſchen Sinn in ſich. Die Träume waren Offenbarungen, die mit der Phan⸗ taſie ſpielten. Der Donner war die ſchreckliche Stimme eines ſtrafenden Geiſtes. Glück und Unglück wurden

dem Johannistage blüht und für denjenigen, der es pflückt, die oben bezeichnete glückliche Folge nach ſich zieht.

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