Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

lige Bedeutung jetzt gleichſam durch das Siegel der Religion feſtgeſtellt war. 3 Die Bilderverehrung iſt ein weſentlicher Theil des griechiſchen Glaubensbekenntniſſes. Außerordentliche Opfer 1 werden den Heiligenbildern dargebracht. Nicht bloß die Kirchen ſind voll davon; auf mehreren, wo nicht auf„ den meiſten Straßen finden ſich auch kleine Kapellen, wo das Volk die Heiligen anbetet, die es als Wunder⸗ thäter verehrt. In jedem Privathaus iſt eine größere Anzahl ſolcher vorhanden: gewöhnlich hat jedes Zim⸗

6 mer einen. Aber noch mehr: jede Perſon trägt mei⸗ ſtens ein Heiligenbild auf der Bruſt. Dieſe Bilder⸗ verehrung gibt zu unendlich vielen Ceremonien Ver⸗ 3

anlaſſung. Mit großer Pracht und Feierlichkeit trägt man zu den Kranken ein wunderthätiges Bild, an das ſie ihre Gebete zu richten wünſchen. In der Proceſſion gehen Geiſtliche, in wichtigen Fällen ſogar Anthropoliten und Archimandriten mit entblößten Häuptern, und überall, wohin das Bild getragen wird, bleiben die Vorüber⸗ gehenden ſtehen, nehmen ihre Kopfbedeckungen ab und grüßen, oft auf den Knieen, die Heiligen mit andachts⸗ vollen Bekreuzungen.

Marfa beurtheilte ihre Stellung richtig. Der Zu⸗ lauf von Beſuchen wurde unaufhörlich größer und die Wunder, die man ihr zuſchrieb, umgaben ſie bald mit

einem ſolchen Heiligenſchimmer, daß ſelbſt St. Baſilius mit Recht darüber neidiſch werden konnte und die ſiebenzig

Interpreten Mühe genug gehabt haben würden, die Möglichkeit derſelben zu erklären.

————

Marfa ſtand über eine Oellampe gebeugt, beſchäf⸗ tigt ſte anzuzünden. Die Flamme brannte bereits und verbreitete einen blaßgelben Schein um ſich her; aber die Flamme nahm zu und der Schein wurde immer heller.