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hervor. Von allen Seiten ſtrömte das Volk ihr zu, und Niemand wußte etwas Anderes zu erzählen, als daß die Hoffnungen Aller immer übertroffen wurden. Der Aberglaube übertreibt immer, dieß iſt die Bedin⸗ gung ſeines Daſeins. Auch hier unterließen ihre Anbeter nicht, eine Ehrenpforte von wunderbaren Erzählungen über Marfa's Namen zu errichten, während Andere den⸗ ſelben in den brennenden Schwefelofen der Hölle ver⸗ dammten. Der Volksglaube ſchreibt mit ſeinen Heroen zwiſchen den Ertremen. Der Aberglaube hat keine Grenzen für ſeine Illuſionen: er zieht Wechſel auf Wahr⸗ heit und Dichtung, ohne Rückſicht darauf zu nehmen, ob dieſe Wechſel acceptirt werden oder nicht. Mit ſeiner fabelhaften Macht verwandelt er einen Namen in einen Koloß und den Koloß je nach den Umſtänden in einen guten oder böſen Geiſt. Er unterſucht nicht, aber er nimmt an. Er prüft nicht, aber er weiß dennoch. In der Pſychologie des Volkes iſt der Verſtand von gerin⸗ ger, das Herz von einiger, das Gefühl von der größten Bedeutung: die Leidenſchaft und der Augenblick, das ſind die leitenden Mächte. Wer ſie beherrſchen kann, beherrſcht auch die Maſſen.
Marfa war ein Koloß; die Einen betrachteten ſie als eine mit höherem prophetiſchem Geiſte begabte Frau, Andere als ein Wunder, das der Hölle entſtiegen ſei, um die Menſchenkinder irre zu leiten und zu verwirren.
Auf ſolche Art ſtritt man ſich um die Natur ihrer Sendung, bis Marfa an dem Kreuzweg, der zu den Ruinen Strelnas hinabführte, eine Kapelle errichtete, welche ſie der heiligen Maria weihte. In dieſer Kapelle, welche beſtändig fuͤr Kommende und Gehende offen war, brannten Tag und Nacht zwölf geweihte Kerzen um das Bild der heiligen Jungfrau herum. Von nun an ver⸗ ſtummten ihre Gegner nicht bloß, ſondern gingen auch als wahre Nachtgläubige auf ein anderes Extrem über und beteten eine wunderthätige Weisheit an, deren hei⸗
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