Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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2⁵

Sie kennen ſie ja, bemerkte der Kutſcher, warum fragen Sie mich denn?

Ich glaube, ſie iſt es. Wer iſt die Andere?

Bei der heiligen Maria, an deren Kapelle wir bald vorbeikommen, ich weiß nicht, wer ſie iſt. 1

Wenn ſchon ein Theil von Willanow's Erzählung das Blut aus Alexandra's Wangen verjagt hatte, wel⸗ chen Eindruck mußte da nicht ein Geſpräch, das ſie ſelbſt betraf, auf die Mädchen machen? Während ihre Herzen vor Unruhe ſtill ſtanden, lauſchten ſie eifrig.

Man braucht dem Leſer kaum zu ſagen, daß der rieſige Reiter Andreas, der Bruder des Grafen Iwan Orlow, war, der ſich auf dem Wege nach Sirelna befand, mit dem feſten Entſchluß, Willanow zu ent⸗ führen. Von einem Bedienten begleitet, war er lang⸗ ſam ſeines Weges geritten, als er auf einmal hörte, daß man in dem Wagen, auf deſſen Seite er ſich be⸗ fand, den Namen Orlow zu verſchiedenen Malen wie⸗ derholte. Er war eigentlich nicht neugierig, aber unter ſolchen Umſtänden würde doch vielleicht Jeder gelauſcht haben. Auch Andreas that es, und jetzt fiel ihm ein, daß juſt die Dame, der ſeine Reiſe galt, ſich drinnen befand; er beugte ſich alſo über das Pferd hinab, um genau zu ſehen, ob es ſich wirklich ſo verhielt. Aber wenn die Pechfackeln auch den Weg von Außen beleuch⸗ teten, ſo war es nichtsdeſtoweniger im Innern des Wa⸗ gens dunkel, und er konnte die Geſichter der Mädchen nicht recht unterſcheiden. Da jedoch ſein Argwohn be⸗ reits angeregt war, ſo betrachtete er den Wagen näher und entdeckte, daß es eine der kaiſerlichen Equipagen war, obſchon der Kutſcher nicht die kaiſerliche Hoflivree trug. Als Hoffräulein beſaß Willanow das Recht, ſich eines kaiſerlichen Wagens zu bedienen, wobei ſie ge⸗ wöhnlich einen und denſelben Kutſcher erhielt. Um ihre Ausfahrt geheim zu halten, hatte ſie ihm befohlen, einen Civilmantel anzulegen, und der Kutſcher war ihr gerne