Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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gleich blaſſen Schatten in nächtlichem Dunkel, über die Kronen des Parkes oder zwiſchen den Alleen hervor⸗ ſchimmern.

Die Mädchen hofften, mit Marfa, dem Gegenſtand ihrer Wünſche, bald zuſammenzutreffen; aber gleich⸗ wohl ſollte noch ein unvorhergeſehenes Ereigniß ein⸗ treten und ſie erſchrecken.

In einer langen Reihe von Wagen braucht bloß ein einziger ſtehen zu bleiben, um unter allen nach⸗ folgenden Unordnung zu verbreiten.

Ein ſolcher unbedeutende Zufall trat auch jetzt ein und ſollte Veranlaſſung zu einem wirklichen, einem weit gröͤßeren Kummer geben. Ein Wagen war ſtehen geblieben. Die nachfolgenden, die nichts davon wußten, fuhren weiter; endlich mußte man anfangen zurückzu⸗ weichen, ohne daß die hinterſten ſich ſogleich von ihrer Stelle bewegten. Es entſtand Unordnung. Die Kutſcher ſchrieen und fluchten. Die Herren wurden böſe, die Frauenzimmer ängſtlich. Alle wollten ein Wort darein ſprechen. Verſchiedene Befehle kreuzten ſich. Der Eine wußte nicht, was der Andere wollte. Die Reihe war unterbrochen; die Verwirrung nahm zu. Auf allen Sei⸗ ten wurde man von Gefahren bedroht. Einige ſpran⸗ gen entſchloſſen aus den Wägen; Andere verkrochen ſich ſo tief als möglich darin.

Alexandra's und Willanow's Angſt kannte keine Grenzen. Mit klopfenden Herzen ſchloſſen ſie ſich dicht aneinander, ohne daß ſie ein Wort zu äußern wagten; aber dieſe bereits auf's Höchſte getriebene Angſt ſollte ſich noch immer mehr ſteigern. Während die beiden Mädchen noch dicht aneinander geſchloſſen daſaßen und das verworrene, beſtändig zunehmende Unweſen mit anhörten, blickte der große, blaſſe und magere Reiter durch das Wagenfenſter herein.

Mit einem Angſtſchrei auf ihren Lippen, drückten ſich Alexandra und Willanow noch dichter aneinander, und der Reiter zog ſich ſchnell wieder zurück.