— Auf Befehl der Kaiſerin.
— Das iſt unmöglich, Willanow, das kann nicht wahr ſein, nein, nein, das kann nicht wahr ſein.
— Auch ich bin Ihrer Meinung, Hoheit. Die Kai⸗ ſerin konnte nicht ſo grauſam ſein; aber inzwiſchen ſagt man, der Fluß ſei abſichtlich in ihr unterirdiſches Ge⸗ fängniß hineingeleitet worden.
— Man kügt, Willanow. Die Kaiſerin iſt gut, Du ſelbſt kannſt es nicht läugnen.
— Weit entfernt, Hoheit, die Kaiſerin iſt gut, ſo weit ihr Wille von ihr ſelbſt beſtimmt wird.
— Du meinſt, daß ſie ſich durch die Politik leiten laſſe?
Alexandra dachte an ſich ſelbſt. Sie wollte die Antwort des Fräuleins hören, um ihre eigenen Gedan⸗ ken zu eontroliren.
— Ja, Ew. Hoheit, ja.
Alexandra zog ſich unwillkürlich zurück. Sie hätte ſich in ſich ſelbſt verbergen mögen, wenn ſie gekonnt hätte, aber ein neuer Gedanke drang jetzt durch ihre Seele.
— Aber Alexandrowitſch, bemerkte ſie, hätte er nicht die Prinzeſſin retten koͤnnen? er hatte doch gewiß die Schlüſſel zum Gefängniß.
— Naturlich, Ew. Hoheit, und ſicherlich würde er es auch gethan haben, wenn er gekonnt hätte; denn er iſt ein braver Mann, der für eine Perſon, die er ſchätzt, Alles aufopfern kann.
— Kennſt Du auch ihn?
— Nach dem Tod der Prinzeſſin gab er ſein Amt als Gefängnißwärter auf und trat bei Marfa in Dienſt. So lange Marfa ſich bei meinen Eltern aufhielt, war er die ganze Zeit auch da. Ich kenne ihn ſehr gut. Auch Sie haben ihn ein paar Mal geſehen, Hoheit.
Ich?
Erinnern Sie ſich nicht, daß wir vor einiger Zeit, als wir im Sommergarten ſpazieren gingen, bei einem Manne, der am Eingang Obſt zum Verkauf ausbot,
ſtehen blieben und mit ihm ſprachen?


