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Spaten ergreift, um den Abgrund zu unſeren Füßen zu erweitern. Je mehr alſo Alexandra ihre Stellung be⸗ dachte, um ſo trüber und düſterer erweiterte ſich der Ab⸗ grund um ſie her, und immer zerknirſchter verſank ſie in ihre eigenen Gedanken.
Willanow hatte Athem geſchöpft, aber ſte hatte ihre Erzählung noch nicht vollendet.
— Im Gefängniß, begann ſie wieder, hatte Tar⸗ rakanow Zeit, ihre Lage zu überſchauen.
Als Willanow von Neuem das Wort ergriff, fuhr Alexandra zuſammen, ſie bebte jetzt ebenſo ſehr vor der Fortſetzung, als ſie ſich vorher danach geſehnt hatte.
— Wie grauſam hatte man nicht mit ihren edelſten Gefühlen geſpielt! ſagte Willanow; zu welchem Schickſal war man nicht auf einem von der Liebe zu den heiter⸗ ſten Hoffnungen gebahnten Wege geſchritten! Aber der ſchrecklichſte Theil der Erzählung bleibt noch übrig.
— Der ſchrecklichſte! barmherziger Gott!
Das Gefängniß war eeng und feucht. Ihre Ge⸗ fundheit litt, ihre Kräfte ſchwanden. Zur Verzweiflung gebracht, wünſchte ſte ſterben zu können. Dieß war jetzt ihre einzige Hoffnung. Aber der Tod kam nicht. Von Selbſtvorwürfen niedergedrückt, von Leiden gequält, von Gemüthskrankheiten verzehrt, begann ſie an Allem zu verzweifeln. In einem Augenblick des Wahnſinns, be⸗ ſchloß ſie, ſich ſelbſt das Leben zu nehmen, und ſie marde es auch gethan haben... aber in dieſem Augen⸗
ic...
Willanow's Stimme erſtarb... ſie ſchien kaum ihren Satz vollenden zu können.
lerandra war wieder ganz Ohr geworden.
— Aber in dieſem Augenblick, wiederholte ſie, ſpürte Tarrakanow, daß ſie auch für ein anderes Geſchöpf zu leben hatte.
ic— Für ein anderes Geſchöpf? ich verſtehe Dich nicht.
Der Fürſt. II. 2


