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Der Schlag war entſetzlich. Ihr Herz wollte bre⸗ chen. Bewußtlos führte man ſie vom Verdeck in den unterſten Schiffsraum hinab.
Am folgenden Tag lichtete die Flotte die Anker und kehrte nach Rußland zurück.—
Alexandra ſaß in tiefſtem Schweigen da. Nicht eine einzige Veränderung in Willanow's Stimme entging ihr; aber ihr Herz klopfte heftig; man hoͤrte ſeine Schläge.
Als die Prinzeſſin in Petersburg anlangte, fuhr Willanow fort, wurde ſie in eine finſtere Höhle in einem der Feſtungswälle gebracht.
Alexandra konnte kaum ihre Gedanken ſammeln. Tarrakanow's entſetzliches Schickſal ſtand lebhaft vor ihrer Einbildungskraft, aber aus dieſem Chaos von Eindrücken, das ihre Seele beunruhigte, tauchte ein einziger Gedanke auf, der ſie mehr als alles An⸗ dere erſchreckte. Sie hatte ſich bisher vorgeſtellt, das Herz der Kaiſerin ſei gut, obſchon die Politik ihr nicht immer geſtatte, in Uebereinſtimmung mit den ſanften Geboten deſſelben zu handeln; aber jetzt erfuhr ſte nicht bloß, wie das Herz der Politik nachſtehen mußte, ſon⸗ dern wie dieſe ſich ſogar aller Neigungen und Sympa⸗ thieen deſſelben bedienen konnte, um auf verrätheriſche Art ihr Ziel zu erreichen. Es war dieß eine weit größere Grauſamkeit, als ſie hatte ahnen können. Die Liebe ſelbſt zu einem blumenumwundenen Zügel zu machen, an welchem man in einer kalt berechnenden politiſchen Abſicht, ein ſchwaches junges Mädchen in's tiefſte Ver⸗ derben führte, das regte ihre edelſten Gefühle auf, und obſchon Alexandra ſich allerdings in einer ganz andern Stellung zu der Kaiſerin befand, als Tarrakanow, ſo war dennoch die Gleichheit vorhanden, daß die Politik auch bei ihrer Liebe den Finger mit im Spiel hatte. Die Phantaſte iſt immer unermüdlich, ſei es nun, daß ſie ihre Flügel unſeren Gedanken anſetzt, um uns unter die Sterne unſeres Glückes zu erheben, oder daß ſie den


