Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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eine kaiſerliche Perſon geweſen. Voll Dankbarkeit drückte ſie auch Orlow's Hand, als ſie ſich auf dem Verdeck befand.

Dieß war der letzte Händedruck, den ſie wechſelten.

In demſelben Augenblick, wo er ſich von ihr ab⸗ wandte, gab er ein Zeichen. Man warf ſich über ſie her wie über ein gefährliches Raubthier und ſchlug ſie in Bande.

Alexandra's Aufmerkſamkeit hatte nicht einen ein⸗ zigen Augenblick geruht. Sie war der Erzählung Wil⸗ lanow's mit Leben und Angſt vor dem Ausgang ge⸗ folgt. Ein unterdrückter, halblauter Schrei des Entſetzens drang in dieſem Augenblick über ihre Lippen.

Der Uebergang von den höchſten Ehrenbezeugungen

bis zu dieſer niedrigen Gewaltthat war ebenſo ſchnell als unerwartet.

Ehe ſie ihre Gedanken zu ſammeln und aus ihren wirren Selbſttäuſchungen ſich zu erholen vermochte, er⸗ kiätt⸗ Orlow ſie als Staatsgefangene der Kaiſerin Ka⸗ tharina.

Vergebens ſtel die Aermſte dem harten Tyrannen zu Füßen und flehte ihn um Barmherzigkeit an. Sie betrachtete ihn noch als ihren Gatten und beſchwor ihn im Namen ihrer Liebe.

Orlow antwortete ihr mit einem Hohngelächter und erklärte ihr, daß....

Aber mein Gott, ſiel Alexandra der Erzählerin in die Rede, ſie waren ja vermählt!

Ew. Hoheit täuſchen ſich. Der Mann, der hartherzig genug war, ſich zum Henker Peter's III. herzugeben, ſcheute ſich auch nicht, alle heiligen Cere⸗ monien als ein Mittel zur Hintergehung der Tochter Eliſabeth's zu benützen. Sie war nicht ſeine Frau, Ew. Hoheit. Die Prieſter, welche die Trauung voll⸗ zogen, und die Civilbeamten, die dem heiligen Akt an⸗

gewohnt hatten, waren insgeſammt nur vermummte Schurken.