ihrer Schönheit und ihren Hoffnungen die ganze ruſſiſche Flotte einnehmen könnte.
Orlow willigte ein.
Am folgenden Tag war am Ufer Alles in Ord⸗ nung, um ſie zur Flotte hinaus zu führen.
Sie nahm nebſt einigen Damen Platz in einer prachtvollen Schaluppe. Hinter ihr kam Orlow in einer andern; an ſeiner Seite ſaß der Admiral. Der Zug ſchloß mit einer dritten Schaluppe, worin ruſſiſche nud engliſche Officiere ſaßen.
Eine ungeheure Maſſe von Zuſchauern bedeckte das Ufer, Beifallsrufe ertönten weit und breit um ſie her.
Welch ein ſchöner Anblick wurde ihr nicht in dieſer Stunde geboten! Livorno's herrlicher Hafen voll von wimmelnden, feſtlich gekleideten Schaaren. Die ruſſiſche Flotte von den Maſten bis zum Verdeck feſtlich geſchmückt mit zahlloſen Flaggen und Wimpeln, die in allen Far⸗ ben des Regenbogens ſchimmerten. In dieſem Augen⸗ blick ſchien vom Admiralſchiff her ein Blitz zu leuchten, und unmittelbar darauf folgte der donnernde. Knall des erſten Salutationsſchuſſes. Schuß erkrachte auf Schuß. Bald lag die ganze Flotte in einer Wolke von Pulverdampf eingehüllt. Die Schaluppen kamen immer näher. Das Getöne einer ruſſiſchen Nationalmelodie, von ſchmet⸗ ternden Blasinſtrumenten ausgeführt, ſchaukelte ſich über die Wogen. Von allen Schiffen her ſah ſie die Ma⸗ troſen Kopf an Kopf, mit geſchwenkten Hüten und Hurrahgeſchrei grüßen. Ihr Herz pochte ſo wunderbar eingenommen von endloſer Seligkeit. Sie empfing un⸗ gewöhnliche Ehrenbezeugungen, aber in ihrer dankbaren Seele ſandte ſie auch zu Gott ein Gebet empor für das ruſſiſche Reich, für das ruſſiſche Volk.
Die Schaluppe legte neben dem Admiralſchiff an.
Ein mit goldenen Ornamenten verzierter Lehnſtuhl wurde zu ihr herabgelaſſen und ſie in demſelben an Bord gehißt.
Alles zeugte von einer Verehrung, als wäre ſie


