Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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ſchafft mit der Phantaſte als Baumeiſter um die Glück⸗ lichen her prachtvolle Paläſte und heitere, ſchöne Tem⸗ pel, die zwar nicht ewig ſind, aber herrlich, ſo lange ſie beſtehen.

Auch in Piſa war die Prinzeſſin glücklich.

Orlow hatte ſich dort einen prachtvollen Palaſt ge⸗ miethet, und das Leben und die Natur lächelten ſo zauberhaft um ſie her, weil die Liebe ihnen noch ent⸗ gegen lächelte.

Die ruſſiſche Flotte lag damals im Hafen von Livorno.

Orlow gab ſich vor Tarrakanow den Anſchein, als wiſſe er nichts davon; er freute ſich über dieſe Nachricht und erklärte, er müſſe im Intereſſe ſeiner Zukunfts⸗ pläne nothwendig dahin reiſen. Er lud die Prinzeſſin ein, ihn zu begleiten. Sie that dieß um ſo lieber, weil ſie dadurch dem großen Ziel, das ihr vorſchwebte, im⸗ mer näher zu kommen glaubte; ſie freute ſich bei dem Gedanken, ſich an Orlow's Seite ihren Landsleuten zei⸗ gen zu dürfen, welche ſie einmal, wie ſie ſich bereits ſchmeichelte, als ihre Unterthanen betrachten konnte. Unter zauberiſchen Phantaſieen kam ſie nach Livorno, wo ſie mit allen Zeichen der tiefſten Ehrfurcht empfan⸗ gen wurde. Von allen Seiten her beeiferte man ſich, ihr die Aufwartung zu machen. Der Admiral der ruſ⸗ ſiſchen Flotte und der Conſul gehörten zu den Erſten, die ſich nebſt ihren Frauen nicht nur einſtellten, ſon⸗ dern auch an ihr Gefolge anſchloſſen. Binnen Kurzem umgab ſie ein zahlreicher Hof, der mit der größten Auf⸗ merkſamkeit jeden ihrer Wünſche zu erfüllen ſuchte, als wäre ſie ſchon jetzt ein gekröntes Haupt. Aber Natur und Unſchuld flochten auch ihr Diadem in die dunkeln Locken des holden Weibes, und alle diejenigen, die ſchon jetzt um den Betrug wußten, den man ſpielte, beugten ſich tief vor dem armen Staatsopfer, ſie beugten ſich tief, um ihre eigene Scham zu verbergen, um die Thräne