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Orlow's Arm. Freudefeſte und Feierlichkeiten lösten einander ab. Alle wollten den glänzenden, mächtigen, männlich ſchönen Orlow ſehen. Alle wollten die be⸗ zaubernde, anmuthreiche Tarrakanow bewundern Von der Zukunft Beider ſprach man nur in verblümten Wor⸗ ten, denn man wagte noch nicht laut zu ſagen, was man ſich doch von allen Seiten zuflüſterte, daß die ruſ⸗ ſiſche Kaiſerkrone in den Wolken uͤber ihren Häuptern ſchimmere.
Die Italiener verbeugten ſich nicht bloß vor einem Fürſtenpaare, man glaubte ſich vor einem zukünftigen Kaiſerpaare zu verbeugen. Wahrſagungen begleiten alles Ungewöhnliche; ſie bilden den Nimbus, woraus wichtige Ereigniſſe immer hervorblitzen. Wahrſagun⸗ gen umgaben auch dieſes Fürſtenpaar, aber weniger als ein Nimbus, denn als eine Glorie.
Orlow's Abſicht war nicht, ſeine Triumphe in Rom zu genießen; nur ſeinen Plan raſch auszuführen, ſtellte er der Prinzeſſin vor, man müßte ſich, damit Katha⸗ rina's Argwohn nicht geweckt werde, in eine kleine Stadt begeben, wo man bis zum Ausbruch der Verſchwörung in Petersburg unbemerkt leben könne. Tarrakanow billigte dieſen Vorſchlag. Konnte ſie wohl auch etwas Anderes glauben, als daß derſelbe von zärtlicher Liebe und umſichtiger Klugheit dictirt ſei? Man begab ſich nach Piſa.
Wie glücklich fühlte ſie ſich nicht bei dieſer Fahrt! Orlow ſaß ja an ihrer Seite. Was kümmerte ſte ſich darum, daß ſie das glänzende Rom verließ? Orlow war ja bei ihr. Kein Gedanke flog nach Piſa voraus, um die beſchränkteren Verhältniſſe zu erfahren, worin ſie da vielleicht leben ſollte. Orlow befand ſich bei ihr. Für ſie gab es kein Rom mehr, ſondern nur noch einen Orlow. Für ſie gab es kein Piſa, ſondern nur einen Orlow. Wo er ſich befand, da befand ſich auch Alles, was ſie auf Erden liebte. Die Liebe baut ihr Rom nicht auf ſieben Hügel, ſondern auf zwei Herzen, und


