gehört... Es war ja doch ein unruhiger, kühner und tapferer Mann?
— Unſtreitig, Ew. Hoheit. Er war wie alle Män⸗ ner, welche nach der höchſten Gewalt ſtreben. In der Hoffnung, durch die Prinzeſſin die traurigen Schickſale ſeines Landes rächen zu können, vielleicht auch mittelſt ihrer Hülfe in Rußland ſelbſt eine Revolution zu Stande zu bringen und die Kaiſerin, Ihre Großmutter, zu ſtürzen...
— Katharina?
— Ganz richtig, Ew. Hoheit, um ſie zu ſtürzen und im glücklichſten Fall vielleicht ſelbſt den Thron zu be⸗ ſteigen, führte er Tarrakanow weg und ließ ſte in Rom erziehen, wo ſie ſich auch ſeitdem aufhielt. Aber ſobald die Kaiſerin Nachricht davon erhielt, ſequeſtrirte ſie alle Güter Radziwill's, ſo daß ſein Vermögen auf einmal zuſammenſchmolz und er, in Verlegenheit gebracht, ſei⸗ nen Plan, wie auch die Prinzeſſin ſelbſt aufgab.
— Das war nicht ſchön gehandelt.
— Weit entfernt, Ew. Hoheit; aber nichtsdeſto⸗ weniger handelte er auf dieſe Art. Jetzt blieb'der Kai⸗ ſerin nur noch übrig, die verlaſſene und in Armuth ge⸗ ſtürzte Prinzeſſfin gefangen nehmen und nach Rußland zurückbringen zu laſſen. Aber ich weiß nicht, ob ich Ew. Hoheit dieſe Ereigniſſe ſo darſtellen darf, wie man ſte mir erzählt hat.
— Warum nicht, Willanow? Glaubſt Du vielleicht, 17 nehi⸗ nicht am Schickſal aller Unglücklichen An⸗ theil?
— Fragen Sie mich das nicht, Ew. Hoheit; wenn irgend Jemand Ihr gutes Herz kennt, ſo bin ich's. Aber es kommt in der Erzählung das Eine und An⸗ dere vor, was die Kaiſerin in einem Lichte zeigt, das nicht in allen ſeinen Punkten vortheilhaft iſt.
— Laß Dich dadurch nicht abſchrecken, Willanow. Ich weiß, daß die Kaiſerin ein gutes, edles Herz beſitzt,


