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war geweckt, ja ſogar gereizt. Und endlich vertraute ſie mir eine Geſchichte an, die an Gräßlichkeit alles An⸗ dere übertrifft. Sie haben doch wohl von der Prin⸗ zeſſin Tarrakanow gehört, Ew. Hoheit?
— Von der unglücklichen Tochter der Kaiſerin Eliſabeth?
— Ganz richtig... von ihr, Ew. Hoheit.
— Von dieſer Tarrakanov, die in einem Feſtungs⸗ gefängniß in Folge der Ueberſchwemmung der Newa umkam?
— Juſt ſie meine ich, Ew. Hoheit.
— Ich kann nicht ſagen, daß ich viel von ihren Schickſalen weiß, obſchon ich allerdings das Eine und Andere gehört habe. Aber in welchem Verhältniß ſteht Marfa zu ihr?
— Nach dem, was Marfa mir erzählte, war ſie die einzige Freundin der Prinzeſſin.
— Du reizeſt bloß meine Neugierde, ohne daß ich deßhalb klüger werde, denn ich begreife doch nicht, was Graf Orlow mit all' dem zu ſchaffen hat.
— Ew. Hoheit kennen die Verhältniſſe nicht, wie ich höre. Das iſt eine ſchauerliche Geſchichte, Ew. Hoheit.
— Mir hat man bloß ihre Todesart erzählt. Weißt Du noch mehr?
— Ew. Hoheit wiſſen, daß die Kaiſerin Eliſabeth morganatiſch mit Alexis Raſumowsky vermählt war.
— Ja, ja.
— Die Prinzeſſin Tarrakanow, eine ihrer Töchter, war eben ſo ſchön als liebenswürdig.
— Auch das hat man mir geſagt.
— Während der vielen gewaltſamen Parteiſpal⸗ tungen, welche die Kräfte Polens brachen, iſt Einer nach dem Andern zur Gewalt gelangt. Unter dieſen nahm vor zwanzig bis dreißig Jahren auch ein Prinz Rad⸗ ziwill eine ausgezeichnete Stelle ein.
— Auch von ihm habe ich das Fine und Andere


