Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

/01 w N h

273

daß ſie den Gegenſtand, der jetzt auf's Tapet kam, nicht gerne berüͤhrte.

Das heißt, Ew. Hoheit...

Willanow ſchien nicht recht zu wiſſen, wie ſie fort⸗ fahren ſollte. 4

Das heißt, Ew. Hoheit ich kenne ihn nur ſehr wenig... er... ich will ſagen, ich...

Nun?

Sprechen Sie mit mir nicht von ihm, Hoheit, es iſt ſo, daß...

Daß?

Daß ich ihn nicht kenne.

Willanow erröthete und erblaßte abwechſelnd. Aber der Verdacht der Prinzeſſin war einmal erwacht und ſie wollte von dem Gegenſtand nicht abgehen.

Du biſt verlegen, Willanow, und... und...

Die Prinzeſſin drohte ihr ſchalkhaft mit dem Finger.

Du biſt wieder einmal nicht recht aufrichtig ge⸗ gen mich, fuhr ſie fort: weißt Du, was ich glaube?

Nein, Ew. Hoheit.

Daß Du dieſen Worowitſch ſehr gut kennſt... vielleicht nur allzu gut.

Alexandra's Bemerkung machte Willanow betroffen; ihre Wangen wurden ſchneeweiß.

Daß ich ihn kenne? wiederholte ſie.

Du liebſt ihn, Willanow. Du haſt ihn ſchon längſt geliebt... habe ich's nicht errathen, Willanow?

Willanow antwortete nicht ſogleich.

Ich habe bemerkt, daß Du, wenn Du von Wo⸗ rowitſch ſprichſt, immer ein ganz beſonderes Intereſſe und ungemein viel Wärme verräthſt. Ich verſtehe mich auf ſolche Dinge... ſage mir, habe ich's errathen?

Ich läugne es nicht, Ew. Hoheit.

Du liebſt ihn?

Ich liebe ihn.

Willanow ſchlug ihre Augen nieder und ihre Stimme war kalt, beinah klanglos.

Der Fürſt. I. 18