Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

267

Ew. Hoheit können ſich ſelbſt beſſer vorſtellen, als ich zu beſchreiben vermag, welche Unruhe und Angſt ſich bei dieſen Nachrichten unſer bemächtigten.

Meines Vaters Vorherſagung, daß der Kampf, der jetzt losbrechen ſollte, das Vaterland und uns ſelbſt in ſicheren Untergang ſtürzen würde, hing wie ein drohen⸗ Schwert über unſern Häuptern.

Marfa allein blieb ruhig.

Sie ſehen nicht ein, von wem dieſer Betrug kommt? ſagte ſie zu meinem Vater.

Nein, nein.

Ich will es Ihnen ſagen.

Sie?

Er kommt von Ihrem Schreiber.

Von ihm.. wer iſt er denn?

Ich habe Ihnen ſeinen Namen nicht nennen wollen, antwortete ſie, weil er für mich ein Entſetzen iſt, und ich fuͤhle, daß meine Lippen erbleichen werden, wenn ſie ihn ausſprechen müſſen.

Erklären Sie ſich, rief mein Vater. Hat er mich in einem Fall betrogen, ſo dürfte er es auch in anderen Fällen gethan haben.

Daran dürfen Sie nicht zweifeln. Er hat Sie überall betrogen, wo er nur konnte. Der Mann iſt...

Wer? wer?

Marfa's Wangen und Lippen erblaßten wirklich bei dem bloßen Gedanken, daß ſie den Namen aus⸗ ſprechen müſſe. 3 1 Er iſt, fuhr ſie indeß nach einer Weile fort ein Orlow.

Der Fürſt?

Nicht der Fürſt, aber ein Geiſtesverwandter von ihm, ein Graf Orlow. 1

Und Sie ſind gewiß, daß Sie ſich nicht täuſchen?

Ich bin meiner Sache vollkommen ſicher.

Von Kummer und Verzweiflung überwältigt, ſank