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lebende männliche Verwandte des verſtorbenen Fürſten das Oberhaupt und der Chef der Familie bleiben könne. Die Hauptgüter, die in dem berühmten Prondricker Thal, in der Nähe von Krakau, liegen, ſielen dagegen aus⸗ ſchließlich Wanja zu.
— Aber Du warſt ja erſt ein Jahr alt, als dieß geſchah, und dennoch...
— Dennoch weiß ich es, meinen Ew. Hoheit. Warum ſollte ich es nicht erfahren haben? So klein ich war, ſo hatten meine Eltern mich nach Prondrick mitgenommen, wo Marfa eine ſo große Anhänglichkeit an mich faßte, daß ſie ſich nicht von mir trennen wollte, ſondern mit meinen Eltern auf ihr Gut zurückging. Sie iſt es auch, die ſpäter meine Erziehung übernahm; mit ihren Kenntniſſen hat ſie meinen Verſtand, mit ihren Tugenden mein Herz ausgebildet; ich habe kein Gefühl, Ew. Hoheit, das in meinem Herzen älter wäre, als meine Ergebenheit gegen dieſe Frau.
— Mein Gott, dann kennſt Du ſie ja beſſer als alle Andern?
— Ob ich ſie kenne? Aber Sie ſollen hören. Durch Marfa's Erzählung ſind mir dieſe Erbſchaftsverhältniſſe bekannt geworden.
Die Prinzeſſin ſah nachdenklich aus. Es war klar, daß ſie über etwas nachſann.
— Wanja und Marfa, bemerkte ſie auch; aber ſage mir, das ſind ja doch nur ihre Vornamen.
— Darin haben Sie vollkommen Recht, Ew. Ho⸗ heit, aber ich habe ſie nie anders nennen hören. Nach⸗ dem Wanja den Namen der Familie Raszanowsky angenommen hatte, iſt ihr älterer Name wohl ver⸗ ſchwunden..
— Das begreife ich; aber Marfa?
— Ich kann darüber keine Aufſchlüſſe geben und habe auch bis jetzt niemals daran gedacht. Ew. Hoheit Frage erinnert mich indeß daran, daß Vieles von dem, was ich von dieſen zwei Frauen gehört und geſehen


