Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Aber warum hat ihn denn die Kaiſerin nach Sibirien geſchickt?

Das werden Sie bald hören, Ew. Hoheit. Ich muß Ihnen jedoch erſt noch Einiges von den inneren Verhältniſſen meiner Familie erzählen. Aber meine Erzählung wird Ihnen vielleicht langweilig.

Glaube das nicht, Willanow. Was Du mir erzählſt, intereſſirt mich ebenſo ſehr, wie wenn es mich ſelbſt beträfe.

Ich bin 1777 geboren und wir haben jetzt 1796. Als ich erſt ein Jahr alt war, trat eine für meine El⸗ tern ſehr wichtige Veränderung ein, und ich muß ſie hier erwähnen, weil ſie mit dem Nachfolgenden im Zu⸗ ſammenhang ſteht. Viele Jahrhunderte hindurch hat die fürſtliche Familie Raszanowsky einen ausgezeichneten Platz in der Geſchichte Polens eingenommen. Auch mein Vater gehörte dieſer Familie an, und wir betrach⸗ teten den letzten Fürſten dieſes Namens als den Chef unſers Hauſes. Nach ſeinem Tod trat mein Vater als ſolcher auf, in der Ueberzeugung, daß er der nächſte Erbe ſeines Reichthums, Ranges und Namens ſei. Aber mein Vater hatte ſich getäuſcht, denn mit noch gültigeren Anſprüchen trat eine Dame auf, die geſchiedene Gattin des Prinzen Lubomirski, und an ihrer Seite eine an⸗ dere Dame, die, ohne Erbanſprüche zu beſitzen, gleich⸗ wohl durch Freundſchaft und Guüte einen großen Einfluß gewann. Die erſte von dieſen zwei Frauen wurde ge⸗ wöhnlich Wanja genannt, die letztere dagegen hieß Marfa.

Dieſelbe Frau, zu der wir uns jetzt begeben?

Dieſelbe. Mein Vater, dem man niemals eigen⸗ nützige Abſichten vorwerfen konnte, da er vielmehr die Gerechtigkeit als die Grundbedingung aller Tugenden betrachtete, erkannte Wanja's Anſprüche an; aber durch Marfa's Vermiſtlung wurden ihm gleichwohl verſchie⸗ dene, in dem jetzigen Ruſſiſch Polen gelegene Güter ab⸗ getreten, nebſt dem Recht, daß er als der einzige über⸗