Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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erſchrocken über den ſtrengen und düſtern Ausdruck in den bleichen, mageren Zügen.

Das iſt dieſelbe geſpenſtiſche Figur, flüſterte Alexandra, die wir am Pavillon ſahen, als wir das Schloß verließen.

Ja, ja.

Alexandra und Willanow faßten ſich, von demſelben Gefühl geleitet, bei den Händen. Der unbekannte Rei⸗ ter zog dabei ebenfalls ſeinen Kopf zurück, ſei es nun, weil er ſich nicht darum bekümmerte, die Mädchen ge⸗ nauer anzuſehen, oder aus ſchuldiger Aufmerkſamkeit; oder kam es vielleicht ganz einfach daher, daß die vor⸗ gebeuate Stellung juſt nicht ſonderlich bequem war.

Willanow erholte ſich zuerſt von ihrem Schreck. Sie, die ſo oft Proben von Muth und Charakterſtärke gegeben hatte, war gleichwohl nur ein ſchwaches Mäd⸗ chen. So lange das Gemüth nicht von einem gegebenen Gegenſtand belebt und geſpannt wird, iſt es dem Ein⸗ druck jeder Zufälligkeit unterworfen. Willanow beſchloß, ſich aus ihrer unentſchloſſenen und juſt deßhalb klein⸗ müthigen Stimmung aufzuraffen.

Wollen Ew. Hoheit das Eine und Andere aus meinem Leben hören? begann ſie.

Der Schreck, welcher ſo eben dem Fräulein das Blut an's Herz getrieben, hatte ſie erwärmt und belebt.

Ach ja, Willanow! Ich höre Dir mit Ver⸗ gnügen zu.

Sie wiſſen bereits, daß meine Eltern in Si⸗ birien ſind?

Ich weiß es.

Aber Sie kennen die Urſache nicht?

Laß mich ſie horen.

Während ſie ſprachen, hörten ſie die Hufſchläge vom Roſſe des Reiters neben dem Wagen. Er folgte ihnen.

Das ſollen Sie, Hoheit. Aber verzeihen Sie mir, wenn der Gedanke an das Unglück meiner Eltern mich aufregt.

Der Fürſt. I. 17