Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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wie der in der Wüſte dürſtende Pilger dem Fall des Thautropfens lauſcht.

Was ihr Herz nie vorher gehört hatte, das hörte es jetzt; es hörte nicht bloß die Stimme der Freundſchaft, ſondern die ungekünſtelte, wahrhaft ſchweſterlich theil⸗ nehmende Liebe.

Es waren mehr als Töne und Worte, was ſie hörte; ſie hörte eine Melodie voll kindlicher Ergebenheit.

Noch nie war es ihr eingefallen, ſich der weichen, von ihren eigenen Neigungen ſo ausſchließlich in An⸗ ſpruch genommenen Alexandra anzuvertrauen; jetzt ſiel es ihr zum erſten Mal ein.

Willanow hatte es getadelt, daß Worowitſch als Ankläger vor die Kaiſerin getreten war; aber nachdem es einmal geſchehen, warum ſollte ſte nicht auch in Alerandra eine Stütze ſuchen?

Die Kaiſerin liebte ſie ja.

In der Welt liegt ein Räthſel neben dem andern. Wer löst ſie? Nicht die Menſchenvernunft iſt es, die ſie löst, ſondern ſie ſelbſt offenbaren ſich uns, wenn die Stunde gekommen iſt, freiwillig.

Als Willanow auf den Gedanken kam, ſich Ale⸗ randra anzuvertrauen, glaubte ſte das Räthſel gelöst zu haben, das ſie ſo ſehr beunruhigte.

Ew. Hoheit, ſprach ſie, ſagen, daß Sie kein Geheimniß vor mir haben. 1

Sollte ich wohl eines haben? Ach Willanow, dann würde ich Dich nicht ſo ſehr lieben, wie ich Dich liebe; aber mit Dir iſt es nicht ſo. Wenn Jemand Urſache hat, uͤber Dich zu klagen, ſo bin ich's; aber ich habe nicht einmal das Herz dazu..

Seit ich bei Hof eingefuͤhrt bin, haben Sie mich Peücgt. Hoheit, und dennoch kennen Sie mich nicht recht.

Ich glaube es beinahe. Von Marfa haben Sie viele Erzählungen ge⸗ hört, und nichts deſto weniger kennen Sie auch dieſe nicht,