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wenn Du mir das mit ſo großer Gewißheit verſicherſt . und wenn Marfa daſſelbe ſagt... ich fürchte...
— Sie find zum Glück geboren, Ew. Hoheit, und müſſen ſich daran gewöhnen.
3 Willänou Bemerkung machte Alexandra nach⸗ enklich.
— Es iſt höchſt ſonderbar, daß Du das behaupten kannſt, und hier in meinem Herzen regt ſich doch eine Stimme, die mir unaufhörlich das Gegentheil ſagt. Welch eine glückliche Gabe muß es ſein, prophezeien zu können! Man braucht da vor Nichts eine unnöthige Angſt zu haben... man weiß Alles zum Voraus... Du kennſt Marfa?
— Sehr gut.
— Und das haſt Du mir heute zum erſten Mal geſagt. Warum biſt Du denn ſo geheimnißvoll, Wil⸗ lanow? Vielleicht hätteſt Du mich noch jetzt nicht ein⸗ mal in Dein Geheimniß eingeweiht, wenn ich nicht ſo unvermuthet Deinen Brief zu Geſicht bekommen hätte. Sprich, Willanow, hätteſt Du es gethan?
— Nein, Ew. Hoheit, ich hätte es nicht gethan.
— Nicht? wirklich nicht? Du biſt recht garſtig. Und ich, die ich Dich ſo lieb habe, die ich nicht das Mindeſte vor Dir verbergen könnte!
Willanow beſaß einen entſchloſſenen Charakter, aber in dieſem Augenblick war ſie nichts deſto weniger ſchwach und weich.
Während ihres langen Aufenthalts am Petersburger Hof, hatte ſie in einem beinahe paſſtven Zuſtande ge⸗ lebt. Obſchon ihre Seele noch immer von früheren Unglücksfällen litt, ſo war es ihr doch nicht ſchwer, dieß vor Andern zu verbergen und ſich den Eindrücken des Augenblickes hinzugeben, ſo lange der Augenblick ſelbſt ihre Thätigkeit nicht unmittelbar für die fruͤheren Leiden in Anſpruch nahm. Wie viel war jedoch nicht an die⸗ ſem eina en Tage eingetroffen, was ſie aus dem ſchein⸗ baren Iiumendr, worin ſie lebte, herausriß!


