Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Der Wagen rollte inzwiſchen raſch vorwärts. Die ſchöne Nacht, die wechſelnden Landſchaften, die Volks⸗ maſſen, die um ſie her wimmelten und ſich bewegten, verſcheuchten endlich die Angſt der beiden Mädchen und erfüllten dagegen ihre Gemüther mit angenehmen und wonnigen Vorſtellungen.

Alle behaglichen Eindrücke, die Alexandra empfand, ordneten ſich bei ihr nur um ein einziges Bild, einen einzigen Gedanken: um ihre Vorſtellung von Guſtav Adolf IV., dem Ritter ihres Herzens, dem König aller ihrer Phantaſtien.

Anders war es mit Willanow. Wenn die Liebe auch ihren unendlich ſchönen Sternenhimmel über das Herz und die Seele dieſes Mädchens auszubreiten be⸗ gann, ſo wurden ihre Gedanken doch von vielen ſchmerz⸗ lichen Bekümmerniſſen in Anſpruch genommen, welche den Neigungen ihres Herzens nicht geſtatteten, ſie allein zu beherrſchen. Um ſie her prunkten nicht bloß ſchöne, glänzende Luftgebilde von Seligkeit, es dufteten nicht bloß roſige Nebel, und wölbten ſich nicht bloß goldene Wolken; gewaltſame, erſchütternde Ereigniſſe hatten ſich mit ihrem gewitterſchwangeren Gewölke um ſie gelagert, und noch in dieſem Augenblicke drohte der Blitz des Schickſals ſte zu zermalmen.

Getheilt zwiſchen großen, beunruhigenden Erinne⸗ rungen und neu geweckten vielleicht erſt erwachenden Hoffnungen, mußte ſie ſich beherrſchen, um keine von beiden zu verrathen; aber ob ſie das wohl immer ver⸗ mochte? Wir find mit ihrem Inneren noch nicht genau genug bekannt, um dieſe Frage beantworten zu können.

Wie ſehne ich mich, Marfa zu hören, unterbrach Alexandra das Stillſchweigen; aber ſprich doch etwas, Willanow; ſehnſt Du Dich nicht auch? Was glaubſt Du, daß ſie mir prophezeien werde?

Daß Ew. Hoheit glücklich ſein werden.

Glaubſt Du das? Willanow! Aber ſtill, jeden⸗ falls ſtill. Ich habe kaum die Kraft Dir zuzuhören,