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Die Kaiſerin näherte ſich ihr jetzt, gefolgt von der Großfürſtin. Als ſie auf den Balkon hinauskamen, bemerkten ſie ein Medaillon in Alexandra's Hand.
— Was habe ich geſagt? verſetzte jetzt die Kaiſe⸗ rin auf das Medaillon deutend; ſiehſt Du, ſie träumt von ihm.
— Auch ich habe es geglaubt.
Das Medaillon war ein Portrait von Guſtav Adolph IV.
Die Kaiſerin drückte einen ſanften Kuß auf die Lippen des Mädchens, die Großfürſtin deugte ſich über ſie. Noch ſchlafend lächelte ſie ihnen entgegen.—
— Sollen wir ſie nicht wecken? fragte die Groß⸗ fürſtin, ich fürchte, daß...
— Wecke ſie nicht, antwortete die Kaiſerin. Einen Traum, wie ſie ihn träumt, zu ſtören, iſt Sünde. Ach, Fürſtin, unſere Jugendträume ſind doch das einzige Schöne, was unſere Herzen übrig behalten, wenn wir alt werden. Laß uns nur die Ialouſie hier vorziehen, ſie wird die Sonnenſtrahlen mildern.
Als man den Befehl der Kaiſerin vollzogen hatte, betrachtete ſie Alexandra noch einen Augenblick.
Eine heftige Bewegung zeigte ſich dabei in ihrem Geſicht.
— Du ſollſt glücklich werden, Alexandra, ſagte ſie, und man bemerkte, daß die Worte mit unberſtellter Ent⸗ ſchloſſenheit ausgeſprochen wurden; ich ſchwöre es bei meinem Leben, Du ſollſt glücklich werden.
Und noch einmal drückte ſie einen Kuß auf die Lippen des Mädchens, ſodann ergriff ſie die Hand der Großfürſtin und verließ den Balkon.
Als ſie in den Saal zurückkam, wo ihr Gefolge wartete, zeigte ſie ſich wieder mit der majeſtätiſchen Hal⸗ tung, die ihr ſo natuͤrlich war.
Durch eine Handbewegung befahl ſie den Warten⸗
den, ihr in die inneren Zimmer zu folgen.
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