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Solcher Art war die Stellung dieſes Weibes, wel⸗ ches die Mitwelt bereits zur Zeit unſerer Erzählung die Semiramis des Nordens nannte.
Ihr Hof glich dem glänzenden Lager eines orien⸗ taliſchen Siegeshelden. Da ſah man Staatsmänner und Generale in den verſchiedenſten und bunteſten Uni⸗ formen, mit Orden und Ehrenzeichen geſchmückt, welche die verſchiedenen Länder anzeigten, woher ſie gekommen waren. Neben den ausgezeichnetſten Männern, die Rußland ſelbſt geliefert, ſtanden die franzöſiſchen Emi⸗ granten, polniſche Magnaten, Muhamedaner, tartariſche Khane, Griechen, Moldauer, Koſacken, Kalmucken, Baſch⸗ kiren, Armenier, Kruſier u. ſ. w.
Die Kaiſerin war, begleitet von einer zahlreichen Suite, ſo eben von einer Promenade zurückgekommen. Die Suite war in einem der äußeren Zimmer zu⸗ rückgeblieben, und die Kaiſerin ſelbſt trat in einen der prachtvollſten Säle von Petershof, nur begleitet von der Gemahlin des Großfürſten Paul, der ſanften und lie⸗ benswuͤrdigen Maria Feodorowna, einer geborenen Prin⸗ zeſſin von Württemberg, ſowie von ihren Lieblingen, der Gräfin Branitska und dem Kammerfräulein Pro⸗ taſow. Unter den Kavalieren bemerkte man vorzugs⸗ weiſe ihren früheren Flügeladjutanten Subow, der ſich zu dieſer Zeit bereits zum deutſchen Reichsfürſten, Ge⸗ neralfeldmarſchall, Generaladjutanten, Generalgouver⸗ neur von Catharinoslev und Taurien, Senator, Chef der Nobelgarde und Ritter des Andreas⸗, des Alexander Newski⸗, des weißen Adler⸗, des ſchwarzen Adler⸗ und des St. Annenordens aufgeſchwungen hatte.
Der Kammerdiener Zacharias Conſtantinowitſch hatte an der Thüre gewartet.
Die Kaiſerin war von mittlerer Größe, aber von ſtarkem Körperbau und etwas fettleibig.


