Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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hohem Rang. Ganz beſonders ſah man demjenigen, der an der Spitze ging, wohl an, daß er gewöhnt war zu befehlen und Gehorſam zu finden.

Sein Geſicht war ernſt und ſtreng, obſchon ein Zug um ſeinen Mund und ein Strahl in ſeinem Blick zu gleicher Zeit von einer innigen Milde zeugte, die jedem guten Herzen ſo eigen iſt, ſelbſt wenn ſie nicht immer der vorherrſchende Charakterzug bleiben kann.

Döring erkannte ihn ſogleich. Es war der Groß⸗ fürſt Paul.

„Der Großfürſt war ein hitziger und reizbarer Charakter,“ ſagt Abbé Perin.„Der erſte Augenblick

ſeiner Zornesausbrüche war entſetzlich; gleichwohl hielt

es nicht ſchwer, ihn zu beruhigen. Er liebte Gerechtig⸗ keit,“ ſagt derſelbe Verfaſſer,„und ließ ſie Allen wider⸗ fahren, denen es gelang, bis zu ihm zu dringen. Aber trotz ſeines edlen Herzens verzieh er denjenigen nicht gerne, die einer in wirkliche Ungnade gefallenen Familie angehörten. In ſeiner Heftigkeit war er leidenſchaftlich, launiſch, ſogar rachgierig; bei milderer Stimmung da⸗ gegen nachgiebig. Beſtändig argwöhniſch, wurde er ein Spielball, den man zwiſchen die Extreme der Leiden⸗ ſchaften hineinwarf, und daher kamen auch die Wider⸗ ſprüche in ſeinem Charakter.“

Nachdem er einen Blick über die Scene geworfen, die unter ſeinen Augen vor ſich ging, trat er in den Kreis vor, welcher Döring umgab.

— Was gibt es hier? fragte er.

Bei der Ankunft des Großfürſten wichen Alle auf die Seite, ſo daß Döring gerade vor ihm ſtand.

— Was haſt Du gethan, weil man Dich feſtneh⸗ men will? fragte er von Neuem, als Döring nicht ſo⸗ gleich antwortete..

— Nichts, antwortete Döring offen und uner⸗ ſchrocken, Nichts, was zu dem Verfahren berechtigen könnte, das man ſich gegen mich erlaubt hat; ich bin ein Ausländer.