Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Der Jüngling zögerte.

— Aus Ihrer Aufregung, fuhr Döring fort, ſchließe ich, daß es ſich hier um wichtigere Dinge handeln muß, als um ein einfaches Liebesabenteuer.

— Sie haben Recht, ſagte die Dame, es handelt ſich um...

— Ich will es nicht wiſſen, ſiel Döring ihr in's Wort, aber wenn Sie, Worowitſch, ſich ſogleich ent⸗ fernen, ſo werde ich die Dame retten und dieſes Zuſam⸗ mentreffen in ein gewöhnliches Rendezvous verwandeln.

Die Dame heftete einen feurigen Blick auf Döring. Sie hatte ihn verſtanden.

— Hörſt Du, was Dein Freund ſagt? ſagte ſie zu Worowitſch Willſt Du uns Alle retten, ſo eile hin⸗ weg... kein Wort mehr.. eile nur fort.

Worowitſch zögerte nicht länger, ſondern eilte in das innere Kabinet. Kaum hatte er dort verſchwinden können, ſa ſank Döring auf ſeine Kniee.

Ein Lächeln kräuſelte dabei ſeine Lippen.

— Meine Rolle beginnt, ſagte er.

Die Dame zog ſich verlegen einen Schritt zurück.

— Ich ſchäme mich, mein Herr, antwortete ſie.

Döring hatte kaum erſt gehört, wie ſie ſich mit großer Energie ausſprach; jetzt dagegen lag etwas Weiches und Liebliches in ihrer Stimme. War es ſein

Kniefall, was dieſe plötzliche Verwandlung verurſacht

hatte? Der befehlende Wille war verſchwunden und jetzt ſtand nur eine zärtliche, bange Jungfrau vor ihm, die ſchamhaft zurückwich.

— Oeffnen Sie die Thüre, und ſtoßen Sie mich mit Verachtung zurück... die Schande wird dann mich allein treffen.

— Ich mißbrauche Ihre Güte.

— Sie können mich hinreichend belohnen, wenn Sie mir Ihr Geſicht zeigen wollen.

Doring war eine ſchöne Geſtalt, von mannhaftem, edlem Ausſehen. Seine Wangen wurden in dieſem

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