Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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Augenblick von einer Röthe gefärbt, welche den ritter⸗ lichen Ausdruck ſeines Weſens noch erhöhte. Das Auge brannte von einem dunkeln Feuer. Die Erinnerung an ſeine erſte Liebe war mit all ihrer Kraft wiederge⸗ kehrt. Seit er die Hoffnung aufgegeben, durch ſie glück⸗ lich zu werden, hätte er vor keinem Weib mehr ſein Knie gebeugt. Ohne daß das Herz pocht, beugt man indeſſen das Knie nicht.

Einen Augenblick betrachtete ihn die Dame.

— Sie wollen ſehen, wer ich bin, wiederholte ſie; aber, mein Herr, Sie machen mich erröthen.

— So erröthen Sie, aber erlauben Sie mir, Sie zu ſehen.

Die Bruſt der Dame hob ſich, ihr Athem ging heftiger und ihre Augen ſtrahlten von höherem Glanz.

— Sie verlangen es...

— Ich verlange nichts.. ich bitte bloß.

— Wohlan denn...

So ſprechend, löste ſie die Maske ganz leicht und ließ ihn einen Blick hinter dieſelbe werfen; ſodann be⸗ feſtigte fie die Maske von Neuem vor ihrem Geſichte.

Ein Ausruf des Entzückens kam unwillkürlich über Döring's Lippen. Seine Seele leuchtete aus ſeinen Augen; welch' eine zauberhafte Anmuth hatte er nicht geſehen!

Um ſich aus ihrer Verlegenheit zu rapeen, legte die

Dame jetzt die Hand an's Schloß, in der Abſicht, die Thüre zu öffnen, als Döring plötzlich von ſeinem Platze aufſprang. „„ Warten Sie noch, bat er; ich kann es nicht über's Herz bringen, Sie bloßzuſtellen, auch Sie müſſen gerettet werden. Derſelbe Weg, auf welchem Worowitſch ſich entfernte, ſteht ja auch Ihnen offen.

— Und Sie ſollen allein zuruͤckbleiben? Was würde man glauben, im Fall man Sie hier träfe?

Man kann glauben, was man will, das iſt mir jetzt ganz gleichguͤltig, wenn nur Sie gerettet werden.