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— Sie ſehen ſo unruhig aus, Worowitſch, begann Döring daher; iſt Ihnen etwas Unangenehmes zuge⸗ ſtoßen. Wer war der Mann, mit dem Sie ſo eben ſprachen?
Noch einen Augenblick ſchien der Jüngling mit ſich ſelbſt zu Rath zu gehen. Döring benützte dieſe Gelegenheit, um ihn noch einmal ſcharf zu beobachten. Worowitſch's Augen ruhten gegen die Erde geſenkt.
Sein Ausſehen war beinahe rührend. Es zeugte von Unſchlüſſigkeit und Unruhe. Ohne Zweifel waren ſeine Gedanken mit etwas Wichtigem beſchäftigt. Seine Züge waren im Uebrigen ſo rein und voll Unſchuld, daß Döring obſchon er die Zweideutigkeit nicht über⸗ ſah, deren er ſich ſchuldig gemacht hatte, in ſeinem Her⸗ zen dennoch glaubte, er könne ihn von allem Verdacht entbinden.
Statt deſſen drängte ſich Döring unwillkürlich die Vermuthung auf, die er ſchon früher einmal gehegt hatte, daß Worowitſch ein verfolgter politiſcher Flücht⸗ ling ſei, der ſich jetzt genöthigt ſehe, ſich in ein undurch⸗ dringliches Dunkel zu hüllen, obſchon er ſich theils aus Unerfahrenheit, theils auch wegen ſeines gar zu ehr⸗ lichen nnd aufrichtigen Charakters noch nicht recht in ſeine Rolle habe finden können.
Von dieſen Betrachtungen geleitet und geneigt, die edlen Eingebungen des Gefühls auf ſich einwirken zu laſſen, legte Döring die Hand auf die Schultern des Jünglings, in der Abſicht, ſeine Theilnahme auszu⸗ drücken.
— Ich ſehe Ihre Bekümmerniß, Worowitſch, und obſchon ich an mehreren Ihrer Angaben zweifle, kann ich dennoch nicht umhin, Freundſchaft für Sie zu hegen. Es iſt Ihnen Etwas zugeſtoßen; Sie ſprachen ſo eben mit dem Mann dort. Ich will Sie nicht fragen, was der Gegenſtand Ihrer Unterredung war, oder was Sie jetzt beſchäftigt; aber Sie haben Etwas vor und wiſſen vielleicht nicht, wie Sie mich los werden ſollen. Nichts


